Solarbranche
Solon wagt keine Prognose

Die sonnigen Zeiten in der Solarbranche sind vorerst vorbei. Das bekommt auch der Solarmodulhersteller Solon zu spüren. Der kann zwar beim Umsatz deutlich zulegen, aber einen Ausblick fürs laufende Jahr traut sich das Unternehmen kaum zu.

HB BERLIN. Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat einen großen Schatten auf die Bilanz des Solarmodul-Herstellers Solon geworfen. Die TecDax-Gesellschaft kippte ihre Prognose für das laufende Jahr. Vor dem Hintergrund der schwierigen konjunkturellen Lage und der „noch nicht abschätzbaren“ Entwicklung wichtiger Märkte wie den USA und Südeuropa sei die „Visibilität“ für das laufende Jahr weiter eingeschränkt, teilte das Unternehmen am Dienstag bei Vorlage der vorläufigen Zahlen für 2008 mit.

Der Vorstand halte es daher für angemessen, erst im Jahresverlauf eine aktuelle Prognose für das Geschäftsjahr 2009 abzugeben. Im November noch hatte Solon als Marken für 2009 einen Umsatz von mehr als einer Mrd. Euro sowie eine EBIT-Marge von über sechs Prozent angegeben.

Nach einem schwachen vierten Quartal hat sich das Geschäft auch in den ersten Wochen des neuen Jahres nicht verbessert, wie der Vorstandsvorsitzende Thomas Krupke im Gespräch mit der Finanznachrichten-Agentur dpa-AFX andeutete. „Unser Geschäft ist saisonal und das erste Quartal traditionell das Schwächste“, sagte der Solon-Chef. Aus seiner Sicht hat das erste Jahresviertel daher auch keine Aussagekraft für den gesamten Geschäftsverlauf.

Belastend kämen in diesem Jahr die Wirtschafts- und Finanzkrise sowie der harte Winter dazu. Das habe zu Verschiebungen von Bestellungen geführt. Viele Kunden warteten etwa ab, bis der Winter vorbei sei. Die Aktie verlor nach zunächst positivem Handelsbeginn am Vormittag gut zwei Prozent an Wert und bewegte sich damit im Rahmen des schwachen TecDax.

Mit Kostensenkungsprogrammen wolle sich der Konzern auf die sich erschwerenden Rahmenbedingungen wie dem massiven Preisverfall der Kreditklemme einstellen. „Wir machen das, was im Moment alle in Deutschland machen und überprüfen unsere Abläufe“, sagte Krupke. So wolle das Unternehmen die Möglichkeit von Kurzarbeit prüfen. Als erste Reaktion hatte Solon bereits im Dezember die Verträge von rund 200 Zeitarbeitern im ganzen Konzern nicht verlängert. Zum Jahresende hatte Solon damit 886 Beschäftigte. Trotzdem äußerte sich Krupke weiter optimistisch für die Branche. Er sehe gute Chancen für weiteres Wachstumspotenzial. „Ziel ist, dass wir auch in diesem Jahr weiter wachsen.“

Im vierten Quartal 2008 hatte sich das bislang dynamisch wachsende Geschäft des Solarmodul-Herstellers deutlich abgeschwächt. Der Umsatz stieg nur noch um acht Prozent auf 178 Mio. Euro und lag damit unter den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit 183,58 Mio. Euro gerechnet hatten. Für das Gesamtjahr vermeldete Solon aber noch ein deutliches Plus.

So stieg der Umsatz 2008 um 62 Prozent auf 815 Mio. Euro. Das operative Ergebnis EBIT wuchs um 70 Prozent auf 60 Mio. Euro und lag damit etwas über den Erwartungen von 59,08 Mio. Euro. Die Marge lag damit bei 7,4 Prozent. Der Überschuss stieg um 50 Prozent auf 32 Mio. Euro. Erwartet wurden 31,8 Mio. Euro. Steubing-Analystin Alla Gorelova nannte die Zahlen „neutral“.

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