Solarbranche
Von Zitzewitz wird neuer Conergy-Chef

Conergy hat Andreas von Zitzewitz zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Und ab Juli 2010 soll der frühere Infineon-Manager Chef des Solarunternehmens werden. Damit haben die Spekulationen um den aktuellen Vorstandsvorsitzenden Ammer ein Ende.

HB HAMBURG. Der 49-Jährige wird damit Kronprinz von Unternehmenschef Dieter Ammer, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Manager arbeitet seit März 2008 bei Conergy und sitzt seit Jahresbeginn als Produktions- und Einkaufsmanager im Vorstand. „Ich bin überzeugt, dass ich (...) das Unternehmen aus den Turbulenzen dieser Monate führen kann“, sagte Zitzewitz.

Mit der Personalie sieht Conergy auch die zuletzt aufgetauchten Gerüchte ausgeräumt, Vorstandschef Ammer könnte vorzeitig zurücktreten. Ende Juni hatte eine Zeitung bereits den Abschied des früheren Tchibo-Chefs gemeldet, was allerdings von Conergy sofort dementiert wurde. „Ich freue mich, mit ihm dieses weitere Jahr gestalten zu können“, sagte Ammer über die neue Personalentscheidung. Bislang hatte es den Posten des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bei Conergy nicht gegeben.

Zitzewitz gilt als harter Arbeiter und Sanierer. Der gebürtige Stuttgarter bringe genau das mit, was Conergy brauche, erklärte Unternehmenschef Ammer und nannte als Vorzüge „klare Analytik, hohe Umsetzungskraft und eine starke Führung“. Allerdings muss der potenzielle Nachfolger mit dem Makel leben, wegen einer Korruptionsaffäre beim Halbleiterhersteller Infineon vorbestraft zu sein. Dort war er bis 2005 für die Speichersparte zuständig. Damals wurde bekannt, dass Zitzewitz vom Schweizer Sportmarketing-Unternehmer Ralf-Udo Schneider Bestechungsgelder entgegengenommen hatte. Vor Gericht gestand der Manager und akzeptierte Ende 2006 einen Strafbefehl über ein Jahr Haft auf Bewährung sowie die Zahlung von 100 000 Euro.

Seit der Fast-Pleite Ende 2007 kämpft Conergy um seine Existenz. Ammer übernahm damals die Geschäftsführung und versucht seitdem, das Ruder herumzureißen. Er trennte sich von zahlreichen Geschäftsfeldern und konzentrierte Conergy auf das Solargeschäft. Allerdings blieb der einstige Börsenstar Conergy auch 2008 tief in den roten Zahlen stecken. Erschwert wird eine Erholung des Unternehmens durch die angespannte Lage der gesamten Solarbranche. So brach der Umsatz im ersten Quartal 2009 um 70 Prozent auf 65 Millionen Euro ein.

Zudem ist Conergy ins Visier der Hamburger Staatsanwaltschaft geraten. Die Behörde ermittelt gegen frühere Vorstandsmitglieder wegen Verdachts auf Bilanzfälschung, Kursmanipulation und Insiderhandel. Die Vorwürfe beziehen sich auf Vorgänge in den Jahren 2006 und 2007. Auch gegen Ammer wird ermittelt. Er war damals Aufsichtsratschef bei Conergy und bestreitet die Vorwürfe.

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