Solarenergie
In Japan scheint für die Hersteller die Sonne

Weltweit klagen Solarunternehmen über gesunkene Modulpreise, in Japan jubeln sie über gestiegene Gewinne. Im Land der aufgehenden Sonne fördert die Regierung erneuerbare Energien durch Zuschüsse für Solardächer und hilft damit den heimischen Herstellern.

TOKIO. Japans Solarhersteller rechnen mit einem Schub für ihr Geschäft. Seit Januar bezuschusst der Staat in Japan nach einer vierjährigen Pause wieder Solardächer. Zudem ist ein Einspeisetarif nach deutschem Vorbild im Gespräch. "Für uns Solarhersteller ist Japan derzeit der am stärksten wachsende Markt", sagt Tetsuhiro Maeda, Vorstand beim Energiespezialisten Sanyo. Im Vergleich zum Vorjahr rechnet er mit einem Absatzplus von 25 Prozent im Inland. Deutschland bleibe der größte Markt der Branche, werde jedoch in diesem Jahr kaum zulegen. Japan werde dagegen am schnellsten wachsen, prophezeit der Sanyo-Vorstand.

Japans Solarbranche ärgerte sich darüber, dass der deutsche Marktneuling Q-Cells dank des Energieeinspeisegesetzes den einstigen Branchenführer Sharp auf einen der Mittelplätze der Top Ten verdrängt hatte. Japan hatte das Förderprogramm auslaufen lassen, um nach Jahren der Überschuldung zu einem ausgeglichenen Haushalt zurückzufinden. Doch in der Wirtschaftskrise hat Premier Taro Aso mit seinem Konjunkturprogramm von mehreren hundert Mrd. Euro auch die Solarhersteller bedacht. Die Entscheidung über die Einführung eines Einspeisetarifs ist dagegen noch nicht gefallen. "Technisch ist die Einführung kein Problem. Bereits jetzt ist die Abgabe von Strom ans Netz durch Haushalte möglich und geregelt", sagt Maeda.

Auch Rivale Sharp hofft auf eine Ausweitung des installierten Volumens und will statt Zellen mit einer Leistung von 421 Megawatt in 2008 nun 770 Megawatt ausliefern. Die Steigerung des Umsatzes liege jedoch unter dem Anstieg der installierten Fläche. "Zusätzlich zu einem Preisverfall von 20 Prozent in der EU kommt ein Nachteil durch den niedrigen Euro im Wert von ebenfalls 20 Prozent, so dass wir unterm Strich 40 Prozent billiger anbieten müssen", sagte Toshishige Hamano, Vorstandsmitglied bei Sharp.

Immerhin zeichne sich eine Erholung beim Wechselkurs ab. Und schon ab April fließt in den ersten japanischen Gemeinden wieder Geld für private Solaranlagen. Für Sanyo setzte sich Maeda daher das Ziel, wieder unter die ersten zehn Hersteller aufzusteigen, nachdem der Aufstieg deutscher und chinesischer Anbieter das Unternehmen auf Platz elf abrutschen ließ.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking
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