Solarenergie
Suntech muss sich als Marktführer behaupten

Überproduktion und Absatzschwund erhöhen den Druck auf Solar-Weltmarktführer Suntech. Die Prognose für dieses Jahr ist bereits gekürzt worden - First Solar steht in den Startlöchern, um Suntech zu überrunden.
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MünchenSuntech ist auf dem Olymp der Solarbranche angekommen. Das gute Ergebnis im Jahr 2009 hat den chinesischen Konzern zum Weltmarktführer gemacht. Firmengründer Zhengrong Shi hat Branchengrößen wie First Solar, Q-Cells und Solarworld hinter sich gelassen – und die Expansion soll weitergehen.

Shi will in diesem Jahr Solarmodule mit einer Leistung von 2,2 Gigawatt verkaufen. Damit wird die Firma aus Fernost mehr als zehn Prozent des Markts auf sich vereinen. Das ist in der stark fragmentierten Branche eine enorme Leistung.

Der Erfolg macht selbstbewusst: „Als ich vor zehn Jahren Suntech gegründet habe, hatte ich nicht erwartet, dass wir einmal in diese Dimensionen vorstoßen werden“, sagte Shi am Rande der Messe Intersolar in München. Suntech sei nun der Maßstab, an dem sich andere Firmen messen lassen müssten. Sein Unternehmen werde das einzige sein, das seine Margen sogar in diesem schwierigen Wettbewerbsumfeld verbessern könne.

Ein ambitioniertes Vorhaben, denn der wichtigste Absatzmarkt Europa ist wegen der geplanten Einschnitte bei der Solarförderung rückläufig. Die Einbußen in Europa werden andere Märkte wie die USA oder der Nahe Osten bestenfalls ausgleichen können.

Da die Branche ihre Produktionskapazitäten in den vergangenen Monaten massiv ausgebaut hat, sind viele Werke nicht ausgelastet. Die Überproduktion drückt auf die Preise, wie auch Shi einräumt. Sein Margenziel konnte er im ersten Quartal jedenfalls nicht umsetzen. Die operative Marge sank leicht auf 19 Prozent.

Suntech ist ein untypischer Vertreter der chinesischen Solarindustrie, was vor allem an der Vita des Konzerngründers liegt. Shi hat einen Gutteil seines Lebens in Australien verbracht. Damit hebt er sich etwa von dem Chef des Konkurrenten Yingli, Liansheng Miao, ab. Der frühere Offizier der chinesischen Volksarmee spricht nur seine Heimatsprache. Unterhalten kann sich Miao mit Kunden aus dem Westen ohne Dolmetscher nicht.

Shis’ Weltgewandtheit spiegelt sich im Unternehmen wider: Anders als bei lokalen Konkurrenten wie Yingli oder Trina ist das Management international besetzt, und bei den Umwelt- und Sozialstandards orientiert sich der Branchenprimus an Europa und den USA. Das ist vorbildlich wie auch der Forschungsaufwand, den Suntech betreibt. Mit 450 Mitarbeitern und einem Etat von 50 Millionen Dollar entwickelt Suntech neue Module und effizientere Solarzellen und investiert damit mehr als so manche westliche Firma.

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