Solarfertigung
Bosch verhandelt mit Investoren über Arnstadt

Bosch verhandelt mit potentiellen Investoren über die Weiterführung von Teilen seiner Solarfertigung in Arnstadt. Der Konzern steigt aus der Solar-Produktion aus. Offenbar hat auch ein Pharmaunternehmen Interesse.
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Arnstadt/StuttgartBetriebsräte und Thüringens Landesregierung haben das Bosch-Management zu mehr Tempo bei den Verhandlungen zur Zukunft der 1600 Arbeitsplätze am größten Solarstandort des Konzerns in Arnstadt aufgefordert. „Das Warten muss ein Ende haben“, erklärte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) am Dienstag nach einer Betriebsversammlung in dem von Schließung bedrohten Werk. Notwendig sei ein Gesamtkonzept zur Rettung der Arbeitsplätze. Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) sieht Bewegung bei den Verhandlungen. „Es geht jetzt in die Schlussphase“. Er rechne spätestens im Dezember mit Verträgen mit Investoren sowie mit einem Interessenausgleich mit dem Betriebsrat.

Bosch hatte als Reaktion auf den Preisverfall und immense Verluste im März beschlossen, aus der Produktion von Solarzellen und -modulen Anfang 2014 komplett auszusteigen. Zur Überbrückung der Zeit bis zum Aufbau neuer Geschäftsfelder, die die nötigen Jobs bieten, schloss Machnig eine Transfergesellschaft nicht aus.

Der Bosch-Konzern bestätigte Verhandlungen mit potenziellen Investoren zur Weiterführung zumindest von Teilen der Solarfertigung in Arnstadt. In das erst 2011 eröffnete Werk hatte Bosch in den vergangenen Jahren rund eine halbe Milliarde Euro investiert.

Es gebe Gespräche mit Interessenten aus der Solar-, aber auch aus anderen Branchen, erklärte Bosch-Sprecher Christian Hoenicke. Zu Details äußerten er sich jedoch nicht. Am Rande der Betriebsversammlung war von der möglichen Ansiedlung eines Unternehmens aus der Pharmabranche und zwei potenziellen Solar-Investoren die Rede, mit denen ernsthaft verhandelt würde.

Bosch prüft nach eigenen Angaben neben dem Einstieg von Investoren auch die Verlagerung von anderen Produkten des Konzerns an den Thüringer Standort. Entscheidungen seien jedoch noch nicht gefallen, erklärte Hoenicke. Derzeit läuft das Solar-Werk laut Betriebsrat noch vierschichtig.

Sieben Monate nach der Entscheidung der Konzernspitze zum Solar-Ausstieg sei es Zeit, dass Entscheidungen zum Erhalt der Arbeitsplätze fielen, bekräftigte Vize-Betriebsratschef Jan Müller. Der Betriebsrat verlangte, dass alle Beschäftigten zukunftssichere Arbeitsplätze und mehr Transparenz erhalten. Machnig bekräftigte seine Forderung nach Erhalt von mindestens 1000 Arbeitsplätzen. Dabei dürften die jetzt bei Bosch geltenden Sozialstandards nicht unterschritten werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • dass Bosch nichts anderes einfällt als diesen Standort
    zu schließen und aus einer Zukunftstechnologie auszu-
    steigen ist mehr als merkwürdig.
    In den Bereichen Zukunftstechnologien war Bosch einmal
    anders gestrickt.

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