Solarfirma
Conergy kommt schwarzen Zahlen näher

Wegen massiver Überkapazitäten und eines daraus folgenden Preisverfalls sind viele Solarfirmen stark unter Druck. Doch die Sparbemühungen von Conergy tragen erste Früchte. Die Verluste gingen deutlich zurück.
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DüsseldorfDie Sparbemühungen des defizitären Solarkonzerns Conergy tragen erste Früchte: Trotz des Preisverfalls und schrumpfender Absätze gingen die Verluste im zweiten Quartal deutlich zurück, wie der Hamburger Konzern am Dienstag mitteilte. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbuchte der Systemanbieter zudem erstmals seit dem dritten Quartal 2010 zumindest einen kleinen Gewinn. Vorstandschef Philip Comberg äußerte sich daher zuversichtlich, im Gesamtjahr trotz des schwierigen Marktumfeldes und der Euro-Schuldenkrise seine Ziele zu erreichen. Demnach peilt er zwar schrumpfende Erlöse, aber ein positives Ebitda auf niedrigem Niveau an.

2011 hatten die Restrukturierungen noch für einen Ebitda-Verlust von 84 Millionen Euro gesorgt, der Umsatz erreichte damals noch knapp 755 Millionen Euro. Conergy hatte sich im vergangenen Jahr von der Zell- und Waferfertigung in Frankfurt/Oder verabschiedet und produziert dort nur noch Solarmodule. Im zweiten Vierteljahr sank der Umsatz um rund 35 Prozent auf 145,5 Millionen Euro bei einem Absatzrückgang um etwa acht Prozent auf 110 Megawatt (MW). In Deutschland konnte Conergy vom jüngsten Boom nicht nicht profitieren: Hier sanken die Erlöse um 50 Prozent auf nur noch 30,6 Millionen Euro.

Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz erreichte so rund 79 Prozent. Vor allem in Italien, wo eine Sonderkonjunktur vor anstehenden Förderkürzungen für florierende Geschäfte sorgen, sowie in Griechenland und den USA habe Conergy punkten können, erklärte Comberg. Das Ebitda erreichte im zweiten Quartal 0,5 Millionen Euro nach einem Verlust von 5,9 Millionen vor Jahresfrist. Operativ (Ebit) sank das Minus um knapp zehn Millionen auf 3,1 Millionen Euro, netto ging der Verlust auf 5,6 (Vorjahr: minus 18,6) Millionen zurück. Wegen der weltweit massiven Überkapazitäten und des daraus folgenden Preisverfalls stehen viele Solarfirmen stark unter Druck, Verluste sind an der Tagesordnung.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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