Solarfirma
Q-Cells versucht den kompletten Neustart

Vorstandschef Nedim Cen muss beim angeschlagenen deutschen Solarzellenhersteller Q-Cells die Wende schaffen. Dafür möchte er den Konzern in einen Komplettanbieter für die Photovoltaik-Branche umwandeln und auf Auslandsmärkten wie Nordamerika punkten. Doch die Konkurrenz schläft nicht.
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DÜSSELDORF. Nedim Cen hat den Solarkonzern Q-Cells ein Jahr lang hart saniert. Jetzt blickt der Vorstandschef wieder nach vorne. "Wir wollen in den nächsten Jahren nicht mehr nur einzelne Produkte anbieten", kündigte Cen im Gespräch mit dem Handelsblatt an, "sondern Komplettlösungen für die verschiedenen Kundengruppen".

Es gehe letztlich darum, dass Q-Cells seinen Kunden Systemlösungen anbiete, vom Modul über die Elektronik bis zur maßgeschneiderten Photovoltaikanwendung. "Dafür werden wir zusammen mit strategischen Partnern Komponenten entwickeln und den Vertrieb organisieren - aber für den Kunden kommt alles aus einer Hand", sagte Cen.

Die gesamte Neuausrichtung braucht aber Zeit. "Das geht nicht über Nacht", räumte Cen ein. Dieses Jahr startet Q-Cells erst einmal damit, neben Solarzellen auch ganze Solarmodule zu produzieren. Außerdem baut das Unternehmen nun neben Riesenparks auch mittelgroße Solaranlagen für Industriekunden, etwa in Deutschland, Frankreich und Kanada. Dieses Geschäft laufe gut an, sagt Cen.

Sanierung fast geschafft

So will Cen den einst weltgrößten Hersteller von Solarzellen, dem Vorprodukt für Solarmodule, zum Komplettanbieter von Lösungen für die Photovoltaikbranche umwandeln. Ein notwendiger Schritt: 2009 war das Unternehmen aus Bitterfeld-Wolfen wegen des Preisverfalls bei Solarzellen und des Niedergangs des spanischen Marktes abgestürzt. Der Umsatz sackte um 36 Prozent auf rund 800 Mio. Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf minus 485 Mio. Euro. Der Aktienkurs stürzte um mehr als 50 Prozent auf rund fünf Euro ab.

Cen war vor gut einem Jahr als Finanzvorstand zu Q-Cells geholt worden, um den Konzern zu sanieren. Im März 2010 stieg er zum Vorstandschef auf. Inzwischen seien 95 Prozent des Sanierungsprogramms geschafft, sagt Cen. Noch Handlungsbedarf sieht er beim Cashmanagement von Großprojekten. Denn bei einigen Solarparks ging Q-Cells bei der Finanzierung in Vorleistung. Dann kam die Finanzkrise, und mancher Kunde kam ins Schleudern.

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