Solarfirmen
Solarbranche glänzt mit Optimismus

Das sind relativ gute Nachrichten, die da von Conergy kommen: Der Solarkonzern hat im ersten Quartal trotz eines Umsatzeinbruchs seine Verluste verringert. Auch die Solarzulieferer Centrotherm, Roth & Rau und Phoenix Solar sorgen für Zuversicht.

HB HAMBURG. Das angeschlagene Hamburger Solarunternehmen Conergy hat zu Jahresbeginn seine Verluste trotz eines Umsatzeinbruchs reduziert. „Die Restrukturierung wirkt. Wir haben unsere Kosten jetzt besser im Griff“, sagte Vorstandschef Dieter Ammer am Donnerstag. So seien die Ausgaben für Personal um 30 Prozent und das Wechselkursrisiko durch den Rückzug aus mehreren Ländern verringert worden. Der Nettoverlust sank von 42,9 Mio. Euro vor einem Jahr auf 27,9 Mio. Euro. Der operative Gewinn (EBIT) verringerte sich um fünf auf 20,6 Mio. Euro. Das war besser als erwartet. Die Aktie sprang bis zum frühen Nachmittag elf Prozent auf 0,80 Euro hoch.

Der Umsatz stürzte - wie das Unternehmen bereits Ende April mitgeteilt hatte - wegen der widrigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen um 70 Prozent auf 65 Mio. Euro ab. „Neben vielen Mitbewerbern hatte auch Conergy einen schwierigen Start ins Jahr“, sagte Vorstandschef Dieter Ammer. Er erwartet eine deutliches Anziehen des Geschäfts im zweiten Halbjahr. Im März habe es bereits eine Belebung gegeben. Beim Umsatz rechnet er dennoch nicht damit, wie im Vorjahr die Milliarden-Marke zu knacken.

Analysten äußerten sich erneut negativ zu dem Solar-Unternehmen. Der deutlich verringerte operative Verlust habe leicht positiv überrascht, sagte ein Händler. Ansonsten aber hätten die Zahlen „insgesamt am unteren Ende der Erwartungen“ gelegen. Unter dem Strich sei das Minus höher als erwartet ausgefallen. Ein anderer Börsianer bezeichnete den Titel als „Zockerpapier“, das extreme Kursbewegungen zeige. Analyst Sebastian Growe von equinet blieb ebenfalls skeptisch. Er bewertet die Aktien weiterhin mit „Sell“ und einem Kursziel von 0,25 Euro. Die Fundamentaldaten würden sich weiter verschlechtern, und die Conergy-Titel seien derzeit sehr hoch bewertet.

Das Unternehmen war Ende 2007 nur knapp an der Pleite vorbeigeschrammt. Seitdem baut der frühere Tchibo-Manager Ammer das Unternehmen um. Er konnte es aber nicht verhindern, das Conergy 2008 noch tiefer als zuvor in die roten Zahlen rutschte. Unter dem Strich stand ein Verlust von 307 Mio. Euro. Erschwert wird eine Erholung des Unternehmens durch die angespannte Lage für die gesamte Solarbranche.

Nach Einschätzung von Analysten hängt die Zukunft des Unternehmens vor allem davon ab, ob es gelingt, die Zulieferung mit Silizium umzustellen und aus dem langfristigen Vertrag mit dem US-Waferhersteller MEMC herauszukommen. Eine einvernehmliche Lösung wurde bislang nicht gefunden. Ende April reichten die Hamburger nun bei einem Gericht in New York Klage auf Vertragsauflösung ein. Dies verschafft dem Unternehmen bis Luft zu einer Klärung, denn es bedient sich nun im Einkauf auf dem freien Markt. Dort sind die Preise seit dem Ende des Solarbooms rapide gefallen.

Den umstrittenen Liefervertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einem Volumen von sieben bis acht Mrd. Euro hatte 2007, als der Rohstoff Silizium äußerst knapp war, der damals noch amtierende Vorstandschef Hans-Martin Rüter abgeschlossen. „Der Vertrag bildet in keiner Weise den sehr starken Verfall in den Marktpreisen für Wafer ab“, erklärte Ammer zuletzt. Ihm war es im Sommer 2008 bereits gelungen, das Volumen des MEMC-Vertrag zu halbieren. Der Rechtsstreit könnte mehrere Jahre dauern, schätzt Ammer. Als Grundlage für die Klage sieht Conergy „eine Reihe unwirksamer, insbesondere wettbewerbswidriger Klauseln“. Geld für die Auseinandersetzung hat Conergy bereits in der Bilanz 2008 zurückgestellt und abgeschrieben.

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