Solarhersteller-Pleite
Koreanischer Großkonzern greift nach Q-Cells

Q-Cells hat offenbar einen Käufer gefunden: Der koreanischen Mischkonzern Hanwha signalisiert dem Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalts zufolge Interesse an dem insolventen Solarhersteller. Die Arbeiter hoffen.
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Bitterfeld-WolfenDer koreanische Mischkonzern Hanwha will den insolventen Solarhersteller Q-Cells übernehmen. „Ein Angebot liegt vor“, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Montag in Magdeburg. Einzelheiten dazu wollte er nicht nennen. Es gibt seit Tagen Spekulationen um das Interesse von Hanwha.

Der Sprecher des Insolvenzverwalters, Christoph Möller, wollte nichts bestätigen. „Wir äußern uns grundsätzlich nicht“, sagte er. Nach Angaben von Möller haben seitdem gut 100 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Derzeit seien noch 1150 Mitarbeiter beim einstigen Weltmarktführer beschäftigt.

Für das Land komme es laut Sprecher darauf an, dass bei einer Übernahme von Q-Cells der Standort Bitterfeld-Wolfen mit möglichst vielen Arbeitsplätzen erhalten bleibt. „Auch deshalb stehen wir mit dem Insolvenzverwalter in engem Kontakt“, sagte der Sprecher.

„Bevor eine Lösung auf dem Tisch ist, möchte ich nichts kommentieren“, sagte der Betriebsratsvorsitzende von Q-Cells, Uwe Schmorl, der Nachrichtenagentur dpa. Er betonte ebenfalls, dass er alles begrüße, was den Standort erhält. Die Produktion bei Q-Cells laufe.

Die Hanwha-Gruppe gehört mit einem Umsatz von rund 27 Milliarden US-Dollar zu den größten Unternehmen Südkoreas. Das Solargeschäft ist in der an der Nasdaq notierten Hanwha SolarOne mit Sitz in Shanghai gebündelt, die beim Solarmodulbau bereits seit Jahren mit Q-Cells zusammenarbeitet.

Q-Cells, einst größter deutscher Solarkonzern mit rund 2300 Mitarbeitern, hatte Anfang April Insolvenzantrag gestellt. Der Insolvenzverwalter hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst große Teile von Q-Cells sowie möglichst viele Arbeitsplätze zu retten. Die Dünnschicht-Tochter Solibro wurde bereits an den chinesischen Konzern Hanergy verkauft.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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