Solarhersteller
Q-Cells-Verkauf bis zum Spätsommer geplant

Q-Cells-Insolvenzverwalter Henning Schorisch will den Konzern bis zum Spätsommer verkaufen. Etwas Erleichterung gibt es für die Beschäftigten. Am Stammwerk in Bitterfeld werde es keinen drastischen Stellenabbau geben.
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Bitterfeld-Wolfen/DüsseldorfQ-Cells-Insolvenzverwalter Henning Schorisch will den Solarkonzern bis zum Spätsommer verkaufen. Es gebe Kaufinteressenten aus dem In- und Ausland, sagte er am Mittwoch zu Reuters. Derzeit würden diese „gesichtet und gesiebt. Wir haben keinen Zeitdruck“, sagte er.

Über einen Mangel an Arbeit klagt der Solarkonzern nicht. „Der Modulbau ist zu 100 Prozent ausgelastet, die Zellproduktion zu 50 Prozent“, sagte Schorisch. Der Vertrieb habe beinahe täglich Gutes zu berichten. „Das Unternehmen arbeitet ganz normal“, betonte er. Schorisch hofft nun, durch einen Teil- oder Gesamtverkauf zumindest den größten Teil der insgesamt rund 1300 Stellen am ostdeutschen Standort Bitterfeld-Wolfen zu erhalten. „Das ist ein wesentlicher Teil meiner Arbeit.“

Die Sanierung des insolventen Solarherstellers Q-Cells ist nach Auffassung des vorläufigen Insolvenzverwalters ohne massiven Arbeitsplatzabbau am Stammsitz Bitterfeld-Wolfen möglich. „Ich bin verhalten optimistisch und arbeite daran“, sagte Henning Schorisch am Mittwoch in Bitterfeld. Am Stammsitz arbeiten 1.300 Beschäftigte, weltweit hat Q-Cells 2.200 Mitarbeiter, davon 500 in Malaysia.

Schorisch betonte erneut, dass es zahlreiche Interessen für Q-Cells gebe. Die Angebote würden derzeit geprüft. Die Produktion in Bitterfeld laufe wieder rund um die Uhr.

Der einst größte deutsche Solarkonzern mit seinen weltweit rund 2300 Mitarbeitern hatte am 3. April Insolvenz angemeldet. Die ausländischen Töchter sind davon derzeit aber nicht betroffen. Entmutigt von einem Gerichtsurteil zum inzwischen insolventen Holzverarbeiter Pfleiderer hatte Q-Cells-Chef Nedim Cen seine Sanierungspläne aufgegeben und keine Alternative zu einer Insolvenz gesehen.

Das Unternehmen wollte sich unter anderem dadurch sanieren, dass Anleihe-Gläubiger dem Unternehmen einen Zahlungsaufschub gewähren und auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Gegen diesen Plan hatte ein Q-Cells-Gläubiger Klage beim Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt eingereicht.

Dasselbe Gericht hatte zuvor bereits die Sanierungspläne von Pfleiderer gekippt, die ähnlich wie bei Q-Cells unter anderem den Verzicht der Anleihegläubiger auf ihre Ansprüche vorsahen. Nach dem abschlägigen Gerichtsurteil meldete Pfleiderer Insolvenz an.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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