Auch Thomas Krupke vom Berliner Hersteller von Solarmodulen und Solarkraftwerken Solon glaubt nicht, dass die Preise für Silizium rasch fallen werden. „Die Nachfrage wird stabil hoch bleiben, weil vor allem in Spanien und Italien große Märkte entstehen.“ Schon jetzt weist Spanien größere Wachstumsraten auf als der noch weltweit größte Markt für Photovoltaik Deutschland. Denn dort und auch in Italien liegt die Förderung inzwischen über dem Niveau in Deutschland, außerdem sichert die längere Sonneneinstrahlung eine höhere Stromproduktion.
In Deutschland werden die Preise für Solaranlagen wegen der gekürzten Förderung im nächsten Jahr fallen, da ist sich die Branche einig. Deshalb könnte es 2008 noch durch Vorzieheffekte einen Boom und danach eine Delle geben. „Große Solarparks wird es künftig wegen der für diese Projekte noch stärker gekürzten Förderung in Deutschland nicht mehr geben“, meint Hänel von Phoenix Solar. „Die hat die Politik kaputt gemacht.“ Dafür setzen die Projektierer derzeit vor allem in Andalusien viele Solarparks in die karge Landschaft.
Trotzdem hält die Solarindustrie die niedrigere Förderung in Deutschland überwiegend für akzeptabel. „Anspruchsvoll, aber vertretbar“, nennt es Ungeheuer von Schott. „Die Vernunft hat gesiegt. Jetzt steht die Reduzierung der Kosten im Vordergrund.“ Dann könnten die Margen gehalten werden, und niedrigere Preise, so die Logik der Branche, beflügeln den Markt. „Die Renditen werden nicht sinken“, meint Dieter Ammer, Vorstandsvorsitzender von Conergy.

