Solarindustrie
Q-Cells erhält 530 Mio. Euro für REC-Beteiligung

Q-Cells hat sich von seinen Anteilen am norwegischen Wafer- und Siliziumproduzenten Renewable Energy Corporation (REC) getrennt. 530 Mio. Euro fließen in die Kasse des weltweit größten Solarzellenhersteller. Das Geld kann Q-Cells gut gebrauchen.

HB DÜSSELDORF. Der Solarzellenhersteller Q-Cells hat sich mit einem Beteiligungsverkauf finanziell Luft verschafft. Der Konzern trennte sich am Mittwoch für 530 Mio. Euro von seinem 17,2-prozentigen Anteil an dem norwegischen Wafer- und Siliziumproduzenten Renewable Energy (REC), wie Q-Cells am Abend mitteilte. Die 85 Mio. Aktien, die Banken institutionellen Investoren angeboten hatten, seien komplett verkauft worden. Allerdings musste Q-Cells dabei einen Abschlag auf den Börsenkurs hinnehmen. Der Preis lag mit je 55 norwegischen Kronen gut 15 Prozent unter dem Schlusskurs vom Dienstag. An der Börse brachen REC-Papiere am Mittwoch um zehn Prozent ein.

Den Verkaufserlös will Q-Cells zur Schuldenreduzierung verwenden. Das werde in diesem Jahr zu einer Zinsentlastung von 20 Mio. Euro führen, hieß es. Außerdem vermeidet Q-Cells mit der Veräußerung weitere Abschreibungen auf die Beteiligung. Analysten hatten zuletzt eine hohe Wertminderung vorausgesagt, die zu tiefroten Zahlen bei Q-Cells in diesem Jahr geführt hätte.

An der Börse schossen Q-Cells-Aktien um 8,5 Prozent auf 20,59 Euro nach oben. Der weltgrößte Solarzellenhersteller ist von der Wirtschaftskrise und einem Preisverfall stark gebeutelt. Bereits Ende 2008 musste der Vorstand seine Prognosen zusammenstreichen. Auch das Auftaktquartal ist nach Angaben von Firmenchef Anton Milner schwach verlaufen.

Den Nettoerlös des REC-Verkaufs will Q-Cells zur Rückzahlung von Schulden nutzen. Das führe zu einer Zinsentlastung von bis zu 20 Mio. Euro in diesem Jahr. „Damit wird Q-Cells deutlich flexibler bei der Finanzierung aktuell geplanter Investitionen und erlangt einen größeren Spielraum für die langfristige Wachstumsfinanzierung des Unternehmens“, hieß es in der Mitteilung. Q-Cells betonte, dass REC auch künftig einer der Hauptlieferanten für Solarwafer bleiben werde. An der Börse legten Q-Cells-Papiere nach der Bekanntgabe der Verkaufsabsichten zuletzt um 14 Prozent zu, während REC-Aktien gut fünf Prozent verloren.

Im Februar 2007 war Q-Cells bei REC eingestiegen. Ein Grund war, dass sich das Unternehmen dadurch seine Versorgung mit dem Rohstoff Silizium sichern wollte. Die Anteile wurden vom Investor Good Energies im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung eingebracht, der im Gegenzug seinen Anteil an Q-Cells erhöhte. Inzwischen haben die REC-Aktien mehr als die Hälfte an Wert verloren. Hauptgrund ist der massiver Preisverfall seit dem Ende des Solarbooms im vierten Quartal 2008. Seit langem erwarten Analysten daher, dass Q-Cells Abschreibungen auf die Beteiligung vornehmen muss. Der Vorstand hatte Wertberichtigungen zuletzt nicht mehr ausgeschlossen.

Die meisten Experten gehen davon aus, dass die Abschreibungen nun bei der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal an diesem Dienstag (12.5.) bekannt gegeben werden. Bei ihren Schätzungen gehen sie davon aus, dass die TecDax-Gesellschaft zwischen 350 und 450 Mio. Euro wertberichtigen muss und deshalb tief in die roten Zahlen rutschen wird. Unter dem Strich dürfte ein dreistelliger Millionenverlust stehen. Im ersten Quartal 2008 hatte das Unternehmen noch einen Überschuss von 54,4 Mio. Euro verbucht.

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