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Solarindustrie: Sonnenbranche wird zum Verlierer der Energiewende

Der Boom ist vorbei, die Solarindustrie bläst Trübsal. Auch Conergy, Centrotherm und Phoenix Solar legen rote Zahlen vor. Grund zur Freude hat allein die preisgünstige Konkurrenz aus Asien.

Photovoltaik-Anlage in Thüringen: Die deutsche Solarbranche steckt im Tief. Quelle: dpa
Photovoltaik-Anlage in Thüringen: Die deutsche Solarbranche steckt im Tief. Quelle: dpa

DüsseldorfDie neue Aufbruchstimmung nach dem verkündeten Atomausstieg ist vorbei. Die deutsche Solarindustrie droht zum Verlierer der Energiewende zu werden. Gekürzte Subventionen senken die Nachfrage, die Unternehmen können ihre Bestände nicht abbauen und die Konkurrenz aus Asien produziert wesentlich günstiger. Mit Conergy, Centrotherm und Phoenix Solar legten am Donnerstag drei weitere Branchenvertreter rote Zahlen vor.

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Bei einem Umsatzrückgang um rund 35 Prozent auf 182,4 Millionen Euro verbuchte Conergy im dritten Quartal einen operativen Verlust (Ebit) von 105 Millionen Euro nach einer Million Gewinn vor Jahresfrist. Außerplanmäßige Abschreibungen von knapp 70 Millionen Euro im Zuge von Umstrukturierungen in der Fabrik in Frankfurt/Oder hätten zu dem hohen Minus geführt.

Eine Trendwende scheint auch 2012 nicht in Sicht, weshalb das Solarunternehmen - bei dem Ende Februar auf eigenen Wunsch Finanzvorstand Sebastian Biedenkopf seinen Hut nimmt - mit zusätzlichem Personalabbau in der Verwaltung gegensteuern will. Der Konzern gibt die Produktion von Solar-Wafern und Zellen auf, die asiatische Wettbewerber zu Billigpreisen auf den Markt werfen, und verlegt sich auf die Fertigung von Module. Fixkosten sollen so deutlich reduziert werden.

Verluste sind in der Branche mittlerweile an der Tagesordnung - selbst beim lange erfolgsverwöhnten Solar-Anlagenbauer Centrotherm. Eine Besserung sieht Finanzvorstand Thomas Riegler derzeit nicht. „2012 wird erneut ein schwieriges Jahr“, prophezeite er am Donnerstag. Er hoffe auf eine rasche Marktbereinigung. „Die Schwachen müssen herausgeschüttelt werden.“ Dann könne es wieder aufwärtsgehen.

Centrotherm fuhr einen Quartalsverlust von knapp 21 Millionen Euro ein, obwohl der Umsatz um 15 Prozent auf 207 Millionen Euro stieg. Zwei asiatische Kunden - darunter ein Staatsbetrieb - hätten die Endabnahme von Anlagen und damit die Zahlungen hinausgeschoben. Abschreibungen seien die Folge.

Auch die Solartechnikfirma Phoenix Solar kam im dritten Quartal trotz Umsatzsteigerungen nicht aus den roten Zahlen. Auch Firmen-Chef Andreas Hänel nannte als Grund den beschleunigten Preisverfall bei Solarmodulen. Abschreibungen auf Lagerbestände waren die Folge. „2011 war das schlimmste Jahr, das die Industrie je gesehen hat“, sagte er. Er will mit Personalkürzungen und Konzentration auf margenstarke Bereiche 2012 wieder profitabel werden. Dank starker Auslandsgeschäfte stieg der Umsatz im dritten Quartal um 18,7 Prozent auf 113,1 Millionen Euro. Netto schlug ein Minus von 19 (Vorjahr: plus 2,3) Millionen Euro zu Buche.

  • 10.11.2011, 23:39 UhrAnonymer Benutzer: Schicksal-der-Pioniere

    Gab es eigentlich nach dem Zusammenbruch der ersten Welle der "DotComm-Unternehmen" noch das Internet ? Hmmm

  • 10.11.2011, 20:31 UhrAnonymer Benutzer: esboern

    Unsere 4 etablierten Verschuldungparteien haben doch immer gesagt, wir sind Weltmarktführer in der Solarbranche(gemeint:führend beim abzocken der Bürger).

  • 10.11.2011, 18:42 UhrAnonymer Benutzer: patzele

    Dieser Artikel ist leider zu kurz um das gesamte Spektrum der möglichen Entwicklungen dieser Industrie zu beleuchten.
    Unbestritten ist, dass asiatische (besonders chinesische) Hersteller die Subventionspolitik der PV Pionierländer ausgenutzt haben um eine Industrie in Gang zu bringen.
    Es ist allerdings zu kurz gefasst wenn man die Beweggründe nicht hinterfragt. Auch wenn davon auszugehen ist, dass einige asiatische Firmen nur den Markt abgrasen wollten so ist es jedenfalls für mich schwer zu glauben, dass die KP eine Sackgassenindustrie unterstützt.
    Polysilizimpreise von 2008 - 300 Euro auf 2011 30 Euro und die weiteren Preisstürze auf dem Weg zum Endprodukt beschleunigen den Weg in Richtung Netzprität. Dass dazu Skaleneffekte und Anschubsubventionen nötig sind, solle jeder Handelsblattleser wissen und wenn die deutschen Hersteller sich lieber in der Subventionslandschaft sonnen (2008-2010), dann brauchen sie sich nicht wundern wenn das Gras auf ihrer Sonnenwiese so lang geworden ist, dass aufeinmal der Rasenmäher kommt und sie von ihrer Wiese scheucht... Nicht nur wir sind Energiehungrig!

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