Solarindustrie
Trübe Aussichten für Solarbranche

In der Solarindustrie herrschte im vergangenen Jahr noch eitel Sonnenschein. Doch nun sind die Boomzeiten offenbar erst einmal vorbei. Die Branche blickt mit wachsender Skepsis in die Zukunft. Gleich mehrere Unternehmen schrauben ihre Prognosen zurück - oder äußern sich gleich gar nicht mehr.

gil/HB DÜSSELDORF. Nach dem Rekordjahr 2008 blicken deutsche Solarfirmen mit wachsender Skepsis aufs laufende Jahr. Vor allem die Preise geraten offenbar unter Druck. Folge: Gestern haben bereits Q-Cells, Solon und Ersol entweder ihre Prognosen zurückgezogen oder sich erst gar nicht zu den Erwartungen für 2009 geäußert.

Und beim Solar- und LCD-Maschinenhersteller rechnet Finanzvorstand Martin Hipp in diesem Jahr wegen der Wirtschaftskrise mit stagnierenden oder sinkenden Umsätzen. "2009 reden wir sicherlich nicht von einem Wachstumsjahr", sagte Finanzvorstand Martin Hipp der Finanznachrichten-Agentur dpa-AFX nach Vorlage der vorläufigen Geschäftszahlen.

In diesen spiegelt sich noch das Rekordjahr 2008 wider. Manz Automation etwa konnte im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn stärker als erwartet steigern. Wie das im TecDax notierte Unternehmen in Reutlingen mitteilte, hat sich der Umsatz binnen Jahresfrist mit 236,5 (Vorjahr: 71,3) Millionen Euro mehr als verdreifacht. Der operative Gewinn (Ebit) schnellte gar auf 28,6 (10,0) Millionen Euro. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) übertraf mit 12,1 Prozent die Firmenplanungen von 11,8 Prozent. Also alles im grünen Bereich. Und damit steht Manz nicht alleine da.

Auch der auf Solartechnik spezialisierte Anlagenbauer Roth & Rau hat im vergangenen Geschäftsjahr kräftig zugelegt. Die Erlöse stiegen um 86 Prozent auf 272 Millionen Euro und übertrafen damit die eigenen Prognosen, teilte das im TecDax gelistete Unternehmen aus Hohenstein-Ernstthal (Sachsen) mit. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) verdoppelte sich demnach auf 28 Millionen Euro und lag damit ebenfalls über den Erwartungen.

Nur: Analysten wie Klaus Ringel vom Bankhaus Cheuvreux kann Roth & Rau damit nicht mehr begeistern. Zwar hätten die Ergebnisse seine Erwartungen leicht übertroffen. Aber für laufende Jahr erwartet der Experte eine schwache Nachfrage. Die hat man bei Manz schon eingepreist - und wagt keine konkrete Prognose mehr. Mit Blick auf 2009 teilte Manz lediglich mit, dass ein Großteil des Auftragsbestands von rund 107 Mio. Euro Ende 2008 im laufenden Geschäftsjahr umsatz- und ergebniswirksam werden.

Dennoch: Die Papiere von Manz gewannen zuletzt an der Börse 3,39 Prozent auf 25,02 Euro. Ein Börsianer sagte am Morgen, dass auch der Auftragsbestand und das operative Ergebnis nicht schlecht aussähen. Einziger Wermutstropfen sei der fehlende Ausblick auf das Gesamtjahr.

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