Solarkonzern Aleo
Bosch-Tochter macht Werk in Spanien dicht

Die Solartechnik-Sparte bereitet Bosch nicht viel Freude. Nach dem Einbruch des Photovoltaik-Markts in Spanien zieht sich der Konzern dort zurück. Bis Ende 2012 schließt die Solartochter Aleo ihr Werk in Santa Maria.
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DüsseldorfDie Bosch-Solartochter Aleo zieht in Spanien die Reißleine und schließt ihr Werk mit rund 90 Mitarbeitern. Der spanische Photovoltaik-Markt, der bereits 2009 eingebrochen war, sei seit der vorübergehenden Aussetzung der Förderung im Januar 2012 vollends zum Erliegen gekommen, begründete das Aleo-Management am Montag den Schritt. Daher werde das Werk in Santa Maria de Palautordera mit einer Jahreskapazität von 20 Megawatt (MW) spätestens Ende 2012 geschlossen.

Vor dem Hintergrund der weltweiten Überkapazitäten sei nun vorrangiges Ziel, das Werk am deutschen Standort Prenzlau auszulasten. „Wir stehen unter großem Druck. Alles steht auf dem Prüfstand“, sagte ein Firmensprecher. Weitere Maßnahmen seien aber derzeit nicht geplant.

Die Bosch-Tochter hatte 2011 bei einem Umsatz von 462 Millionen Euro einen operativen Verlust (Ebit) von 30,5 Millionen Euro eingefahren. Bosch-Chef Franz Fehrenbach hatte zuletzt gefordert, bei der unrentablen Solartechnik-Sparte müssten die Produktionskosten sinken.

Der Stuttgarter Technologiekonzern hat bisher nicht viel Freude an seiner mit großen Zukäufen aufgebauten Solartechnik-Sparte gehabt. Wegen des durch Konkurrenz aus China forcierten Preisverfalls bei Solarmodulen schrieb Bosch allein im vergangenen Jahr rund eine halbe Milliarde Euro auf die kleine Sparte ab. Bereits 2009 hatte Bosch den Unternehmenswert der mit Übernahmen von Solarpionieren wie Ersol, Aleo und Voltwerk zusammengekauften Geschäftssparte Solartechnik um mehr als 400 Millionen Euro reduzieren müssen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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