Solarkonzern
Conergy hofft auf Rückenwind durch gute Bilanz

Nach einer langen Hängepartie steht der Solarkonzern Conergy vor der Rettung. Die Gläubiger haben der Refinanzierung zugestimmt. Auch operativ läuft es wieder besser - was angesichts der Pleitegefahr schon ein kleines Wunder ist.
  • 1

MÜNCHEN. "Das vierte Quartal ist gut gelaufen. Unsere Ziele haben wir erreicht", sagte Conergy-Finanzvorstand des Sebastian Biedenkopf dem Handelsblatt. Die Prognose hat der Solarkonzern damit erfüllt. Zuletzt hatte Biedenkopf einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von mindestens 30 bis 40 Millionen Euro angekündigt.

Auch beim Umsatz ging es bergauf. "Der Umsatz ist deutlich gegenüber dem Vorjahr gestiegen", sagte der Finanzvorstand. Angesichts eines Umsatzes von 665 Millionen Euro in den ersten neun Monaten sollte dies nicht schwierig werden. Im Krisenjahr 2009 hatte Conergy nur 719 Millionen Euro umgesetzt. Die Geschäftsentwicklung sollte den Hamburgern Rückenwind geben, brauchen sie doch höhere Erlöse, um nachhaltig in die Gewinnzone zurückkehren zu können.

Mit einer Prognose für das kommende Geschäftsjahr hielt sich Biedenkopf zurück. "Wir wollen 2011 mit dem Markt wachsen, in einigen Regionen schneller." Damit will sich Conergy vom deutschen Markt lösen, der sich im kommenden Jahr abschwächen dürfte. Die Gesellschaft erziele mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

Gute Zahlen werden dem Vorstand bei der geplanten außerordentlichen Hauptversammlung helfen. Bei dem Treffen, das Ende Februar oder Anfang März stattfinden soll, sollen die Aktionäre dem Refinanzierungskonzept zustimmen. Die Kreditgeber hatten sich am Freitag auf einen Kapitalschnitt und eine folgende Kapitalerhöhung geeinigt. Finden sich nicht genügend Abnehmer für die neuen Aktien, dann wandeln die Hedge-Fonds York Capital und Sothic Kredite in Anteile der Solarfirma um.

Was Biedenkopf als "zufriedenstellenden Kompromiss" darstellt, ist für die Aktionäre ein schwerer Einschnitt. Für acht Aktien sollen sie eine behalten. In einem zweiten Schritt soll das Kapital um zwei Drittel erhöht werden. Der Anteil der Commerzbank sinkt von 29 Prozent auf unter zehn Prozent. Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben künftig die Hedge-Fonds das Sagen bei Conergy, mit genau diesem Ziel hatten sie bei den Hausbanken Conergy-Kredite erworben.

Mit dem Refinanzierungskonzept sollen die Schulden um 188 Millionen gesenkt werden, sagte Biedenkopf. Er rechnet fest mit der Zustimmung der Aktionäre, die Ende Februar oder Anfang März auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über das Konzept abstimmen sollen.

"Da die Commerzbank Teil der jetzt gefundenen Lösung ist, bin ich zuversichtlich, dass auch die Hauptversammlung zustimmt", sagte Biedenkopf, der nach dem Weggang von Vorstandschef Dieter Ammer der starke Mann bei Conergy ist. In den nächsten Monaten will der Aufsichtsrat einen neuen Vorstandsvorsitzenden berufen.

Die Aktionäre der Conergy sind Kummer gewohnt. Nach einem rauschenden Aufstieg ließ das Hamburger Unternehmen die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro hinter sich. Ende 2007 kam dann das böse Erwachen: Der Erfolg war auch Sand gebaut. Die Bilanz musste nachträglich korrigiert werden, nur durch eine harte Sanierung konnte das Unternehmen vor der Insolvenz bewahrt werden.

Kommentare zu " Solarkonzern: Conergy hofft auf Rückenwind durch gute Bilanz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • § Der Träumer – denn ein großer Traum legte einst den Grundstein für die Western Gulf Advisory. Unsere Kunden sind die Seele unserer Firma. Und eine Grundvoraussetzung für jede Erfolgsgeschichte ist ein Traum, ein Streben, das zu erreichen, was dem Durchschnittsbürger verwehrt bleibt. Auch Einstein oder Michelangelo hatten einen Traum, bevor sie Großes geleistet haben. Unser Ziel ist es deshalb, unsere Kunden nicht nur dazu zu bringen, sich die unbegrenzten Möglichkeiten vorzustellen, die vor ihnen liegen, sondern diese auch zu erreichen und nachhaltig zu festigen.
    § Der Denker – Wir sind Denker. Und deshalb nehmen wir unsere Kunden mit auf eine Reise, an deren Ende die Verwirklichung ihrer Vorstellungen liegt. Mag die Reise auch noch so lang sein, sie beginnt immer mit einem ersten Schritt. Und genau diesen ersten Schritt machen wir für unsere Kunden. Wir denken für sie und mit ihnen – für ihr Wachstum und ihren Erfolg. Der amerikanische Schriftsteller Napoleon Hill schrieb einst: „Was auch immer sich das menschliche Gehirn vorstellen kann, das kann es auch erreichen. Gedanken sind Dinge! Und werden sie mit einer entschlossenen Absicht und einer brennenden Leidenschaft in Verbindung gebracht, können sie gewaltig werden und zu Reichtum führen.“
    § Der Netzwerker – fachmännisch aufbereitete informationen sind der Schlüssel zum Erfolg. Und wir haben das Netzwerk, um diese informationen im besten interesse unserer Kunden und zu ihrem Vorteil zu steuern. All unsere Geschäftsbeziehungen, die wir für unsere Kunden nutzen, bauen auf unserem zuverlässigen Netzwerk auf.
    Der Anführer – Echte Führungsqualitäten bringen neue Anführer hervor und nicht einfach nur Mitläufer. Wir von der Western Gulf Advisory haben unsere Führungsqualitäten bereits bewiesen. Nun konzentrieren wir uns darauf, unseren Kunden dabei zu helfen, ihre Kernkompetenzen zu erkennen, um sie anschließend gemeinsam gewinnbringend einsetzen zu können. Wir sind der festen Überzeugung, dass wir unsere Kunden dazu anspornen können, noch erfolgreicher und aus eigener Kraft zu visionären Anführern zu werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%