Solarkonzern
SMA erwartet Verluste und streicht Stellen

Der größte deutsche Solarkonzern SMA rechnet mit einer Umsatztalfahrt und Verlusten im kommenden Jahr. Daher sollen insgesamt mehr als 1000 Mitarbeiter gehen. Der Aktienkurs brach im Späthandel ein.
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FrankfurtDer Preiskampf und die Subventionskürzungen in der Solarbranche setzen dem größten deutschen Solarkonzern SMA immer stärker zu. Das Unternehmen erwartet im kommenden Jahr eine weitere Talfahrt seiner Umsätze und befürchtet, dann auch in die roten Zahlen zu rutschen. Der Vorstand um Pierre-Pascal Urbon kündigte deshalb am Donnerstagabend an, sich von einem großen Teil seiner Beschäftigten zu trennen. Schrittweise müssten weltweit 450 Mitarbeiter gehen, der Einsatz von 600 Zeitarbeitern werde beendet. SMA beschäftigt nach jüngsten Angaben mehr als 5500 Mitarbeiter.

Der Vorstand erwartet 2013 bestenfalls ein ausgeglichenes operatives Ergebnis und will einen Verlust nicht ausschließen. Zu seiner Prognose vom August, im laufenden Jahr ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 100 bis 150 Millionen Euro zu erwirtschaften, äußerte sich SMA am Donnerstag nicht. Der Umsatz werde 2013 auf 0,9 bis 1,3 Milliarden Euro zurückgehen, erklärte das Unternehmen und bekräftigte, im laufenden Jahr werde der Umsatz auf 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro schrumpfen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern noch 1,7 Milliarden Euro erlöst.

Die im Technologieindex TecDax notierte Aktie brach im späten Handel an der Frankfurter Börse um zehn Prozent auf 23,25 Euro ein. Im Xetra-Handel hatte das Papier vor der Unternehmensmitteilung noch bei 26 Euro geschlossen.

Die Solarfirmen kämpfen an vielen Fronten: Neben Subventionskürzungen und der Konkurrenz aus China macht ihnen auch die Schuldenkrise in Südeuropa zu schaffen. Einige Hersteller mussten bereits ihre Zahlungsunfähigkeit eingestehen. SMA ist der größte Anbieter von Wechselrichtern, die Gleichstrom aus Photovoltaik-Anlagen in den gebräuchlichen Wechselstrom umwandeln. Der Konzern aus Niestetal bei Kassel beliefert ein Drittel des Weltmarkts.

Der erwartete Nachfragerückgang in Europa in Verbindung mit einem stark zunehmenden Preisdruck könne nicht allein durch Produktivitätsfortschritte und technologische Innovationen ausgeglichen werden, erklärte das Unternehmen. Keinen Stellenabbau werde es in der Entwicklung geben.

Der Konzern erwartet nun frühestens im übernächsten Jahr wieder schwarze Zahlen. Voraussetzung dafür sei, dass es SMA gelinge, durch technologische Innovationen die Herstellungskosten verringern und den Markt für Energiemanagement- und Solar-Diesel-Hybrid-Systeme zu erschließen. Dann könne das Unternehmen ab 2014 wieder zur Profitabilität zurückkehren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Solarkonzern: SMA erwartet Verluste und streicht Stellen"

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  • Eine Branche, die ohne Subventionen nicht lebensfähig ist, muss zwangsläufig von der Bildfläche verschwinden. So sind nun mal die Gesetze des Marktes, schon immer und die werden sich auch in Zukunft nicht ändern - egal wieviele Politiker weiterhin dummes Zeugs reden!

  • Ein Hoch auf den Euro!

    Ohne ihn ginge es uns viel schlechter!

    © Deutsche Politik

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