Solarkonzern
SMA trennt sich von 1000 Zeitarbeitern

Eine schwache Nachfrage im laufenden Quartal und ein trüber Ausblick auf 2012 haben bei SMA Solar ein dickes Umsatzminus hinterlassen. Dennoch ist das Ergebnis besser als erwartet - die Aktie reagiert entsprechend.
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DüsseldorfDer Solartechnikkonzern SMA Solar bekommt die schwache Nachfrage in der Branche zu spüren und muss deutliche Einbußen hinnehmen. Da die kommenden Monate kaum Besserung versprechen, will der Vorstand gegensteuern und sich bis zum Jahresende schrittweise von insgesamt rund 1000 Zeitarbeitern trennen.

Der deutsche Solarmarkt verliert in den kommenden Jahren auf dem Weltmarkt an Bedeutung. "Das Wachstum wird künftig aus dem Ausland kommen", sagte Pierre-Pascal Urbon, Vorstandssprecher und Finanzvorstand von SMA Solar, dem Handelsblatt.

Das Unternehmen aus Niestetal bei Kassel ist der weltweit  größte Hersteller von Wechselrichtern, dem elektronischen Herzstück einer Solaranlage. Urbon erwartet, dass in Deutschland in diesem Jahr Solaranlagen "mit einer Leistung von rund fünf Gigawatt" angeschlossen werden.

Das ist deutlich weniger als im Rekordjahr 2010, als noch 7,4 Gigawatt hinzu kamen. Auch in den kommenden Jahren rechnet Urbon mit geringerem Wachstum in Deutschland. Aber das passe aber in die mit der Bundesregierung vereinbarten Ausbauziele, dass bis 2020 in Deutschland Solaranlagen mit einer Leistung von 50 bis 70 Gigawatt installiert sein sollen. Ende vergangenen Jahres waren es 17,3 Gigawatt.

Urbon setzt deshalb auf das Auslandsgeschäft. Zwar rechnet er in diesem Jahr damit, dass der Weltmarkt auf 19 bis 21 Gigawatt von rund 23 Gigawatt in 2010 schrumpft. Aber nach einem  "moderaten Wachstum" im kommenden Jahr ist er mittelfristig für den Weltmarkt wieder "optimistischer".

Bereits in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres steigerte  SMA Solar seine Exportquote gegenüber dem Vorjahr von 38,7 auf 53,4 Prozent. Vor allem in Italien, Frankreich und Nordamerika lief es für SMA Solar gut. Insgesamt ging der Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahr zwar von 1,4 auf 1,2 Milliarden Euro zurück. Urbon geht aber davon aus, dass SMA Solar seinen Marktanteil gesteigert hat. 

Urbon will die Internationalisierung weiter vorantreiben und setzt  auf Nordamerika und Japan. Diese Märkte will er mit  einer neuen Art Mini-Wechselrichter erobern, etwa so groß wie eine große Pralinenpackung. "Das neue Geräte, das wir  im zweiten Quartal nächsten Jahres einführen, haben wir speziell für kleine Häuser entwickelt", sagte Urbon. Er rechnet damit, dass es ein "wesentlicher Umsatzträger" wird.

Der Vorstandschef bestätigte die letzte Umsatz- und Ergebnisprognose für 2011. Er rechnet mit einem Umsatz von 1,5 Milliarden bis 1,7 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis von 220 Millionen bis 300 Millionen Euro. 

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