Industrie

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Solarkonzern: Versammlung zweiter Solarworld-Anleihe nicht beschlussfähig

Haben die Gläubiger den Glauben an Solarworld verloren? Auch die zweite Versammlung der Schuldschein-Gläubiger war nicht beschlussfähig. Anfang Juli will Solarworld-Chef Asbeck dem Spuk ein Ende setzen.

Solarworld-Schild in Bonn: Die Wahl eines gemeinsamen Gläubigervertreters ist erneut gescheitert. Quelle: Reuters
Solarworld-Schild in Bonn: Die Wahl eines gemeinsamen Gläubigervertreters ist erneut gescheitert. Quelle: Reuters

DüsseldorfDie Sanierung des hochverschuldeten Solarkonzerns Solarworld zieht sich hin. Am Donnerstag war auch die Gläubigerversammlung der zweiten Solarworld-Anleihe wegen einer zu geringen Präsenz nicht beschlussfähig. Bei dem Treffen in Bonn waren lediglich 7,5 Prozent der Gläubiger anwesend, wie ein Firmen-Sprecher erklärte. Für die Wahl eines gemeinsamen Vertreters ist jedoch ein Quorum von 50 Prozent zwingend. Firmengründer und Vorstandschef Frank Asbeck will nun für spätestens Anfang Juli zu einer zweiten Versammlung einladen, auf der dann keine Mindestpräsenz mehr nötig ist.

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Asbeck muss nach der Einigung mit den meisten Schuldschein-Gläubigern auch die Gläubiger der beiden 2016 beziehungsweise 2017 fällige Anleihen über insgesamt 550 Millionen Euro ins Boot holen. Bereits am Mittwoch fand das Treffen der 2016 fälligen Anleihe statt mit einer Präsenz unter fünf Prozent. Asbeck will im August dann die für die Sanierung des Konzerns notwendigen Beschlüsse erhalten.

Der Niedergang der deutschen Solarindustrie

  • 13. Dezember 2011

    Das Berliner Solarunternehmen Solon ist pleite. Die Aktiengesellschaft verbuchte 2011 einen Verlust von mehr als 200 Millionen Euro. Das indisch-arabische Unternehmen Microsol übernimmt Solon im März aus der Insolvenz. 433 von 471 Arbeitsplätzen in Berlin bleiben zunächst erhalten, der Standort Greifswald wird geschlossen. Für 2013 sieht das Unternehmen wieder Chancen auf einen Gewinn.

  • 21. Dezember 2011

    Der Erlanger Solarkraftwerk-Hersteller Solar Millennium beantragt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, das im Februar 2012 eröffnet wird. Die Aktiengesellschaft mit 60 Mitarbeitern ist auf Solarthermie-Technik spezialisiert.

  • 3. April 2012

    Der einst weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells in Bitterfeld-Wolfen beantragt Insolvenz. Das Unternehmen mit einst 1300 Jobs am Stammsitz galt lange als Sonnenstrahl in Sachsen-Anhalt. Ende August wird das Unternehmen vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen und ist damit vorerst gerettet, der größte Teil der Jobs bleibt erhalten.

  • 17. April 2012

    Das US-Unternehmen First Solar kündigt an, sein Werk in Frankfurt (Oder) schließen zu wollen. Ende Dezember ist für die Beschäftigten der letzte reguläre Arbeitstag. Bis spätestens Ende Mai 2013 verlieren damit alle 1200 Beschäftigten des Solarmodulherstellers ihren Job. Die Suche nach Investoren läuft aber weiter.

  • 25. Juni 2012

    Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

  • 10. Juli 2012

    Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

  • 21. August 2012

    Die Solarfirma Sovello in Sachsen-Anhalt stellt nach erfolgloser Investorensuche die Produktion ein. Den noch rund 1000 Mitarbeitern wird endgültig gekündigt. Sovello war eine Abspaltung des Ex-Weltmarktführers Q-Cells und hatte im Mai Insolvenz beantragt. Mitte Februar will der Insolvenzverwalter die Maschinen und das sonstige Inventar der Firma versteigern.

  • 6. September 2012

    Die EU-Kommission leitet ein Antidumping-Verfahren gegen die chinesische Solarbranche ein. Die Wettbewerbsbehörde will prüfen, ob die Asiaten mit zu niedrigen Preisen den Wettbewerb schädigen. Sie reagiert damit auf einen Antrag von europäischen Solarfirmen wie der Bonner Solarworld, die sich durch die Billigkonkurrenz aus China geschädigt fühlen. Eine Entscheidung über mögliche Strafzölle steht noch aus.

  • 18. Oktober 2012

    Der Solartechnikhersteller SMA Solar will sich von 450 seiner weltweit gut 5500 Mitarbeiter sowie von 600 Zeitarbeitern trennen. Denn für 2013 wird mit einem kräftigen Rückgang des Umsatzes gerechnet. Der nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei sogenannten Wechselrichtern, einer zentralen Komponente von Solarstromanlagen, hatte sich in der ersten Hälfte 2012 anders als viele Unternehmen der Branche noch relativ gut geschlagen.

  • 23. Januar 2013

    Der Technologieriese Bosch gibt bekannt, dass seine ab dem Jahr 2008 teuer aufgebaute Sonnenenergiesparte 2012 gut eine Milliarde Euro Verlust eingefahren hat. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des in der schwächelnden Weltkonjunktur ohnehin unter Druck stehenden Konzerns sei entsprechend auf etwa eine Milliarde Euro eingebrochen (2011: 2,7 Mrd Euro). Das Traditionsunternehmen kündigt eisernes Sparen an. Zentraler Standort der Solartochter ist Thüringen. Bosch Solar Energy hatte nach aktuellsten Angaben des Konzerns mit Stand vom Dezember 2012 weltweit rund 3200 Mitarbeiter.

  • 24. Januar 2013

    Die Krise der Solarbranche bringt auch Solarworld immer stärker in Bedrängnis. Das einstige Vorzeigeunternehmen teilt mit, dass mit Gläubigern über einen Schuldenschnitt gesprochen werden solle. Es kommt auch zu weiteren Stellenstreichungen.

Der mit über einer Milliarde Euro verschuldete Solarkonzern plant einen Schuldenschnitt, wodurch die langfristigen Verbindlichkeiten um etwa 60 Prozent reduziert werden sollen. Die Gläubiger sollen mithin auf 60 Prozent ihrer Ansprüche verzichten und dafür Solarworld-Aktien bekommen.

  • 23.05.2013, 17:33 UhrCharly

    Sich ungestraft bereichern, können sich nur Unternehmer. Frank Asbeck macht noch Kasse und die Anleihegläubiger verlieren nur ohne sich dagegen wehren zu können. Mich persönlich hat es schon bei Solen erwischt. Hoffe nur, daß es bei Solarworld nicht so grass wird.

  • 23.05.2013, 16:07 UhrSonnenkoenigFreiheit

    Die BaFin, die ebenfalls in Bonn sitzt, hat bestätigt die Vorgänge bei Solarworld zu untersuchen. Bei den Medienmeldungen müsste normalerweise die Staatsanwaltschaft unaufgefordert selbst aktiv werden.
    http://www.photovoltaik-guide.de/der-eu-photovoltaik-schutzzoll-und-welche-rolle-spielt-eu-kommissar-oettinger-26116

  • 23.05.2013, 15:51 Uhrpappalapapp

    Hat eigentlich schon jemand Strafanzeige wegen Insolvenzverschleppung und Betrug gestellt? Oder wird das so einfach abgenickt, über 1 Milliarde versenkt zu haben und die persönliche Bereicherung ist auf wundersame Weise ins Unermessliche gestiegen?

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