Solarkonzerne
SMA und Conergy genießen Sonderkonjunktur

Der Preisdruck in der Solarbranche ist weiter groß. Für Erleichterung sorgt bei Conergy und SMA gerade eine Sonderkonjunktur. Die ist den Hamsterkäufen zu verdanken. Conergy profitiert außerdem vom Auslandsgeschäft.
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Hamsterkäufe im Vorfeld weiterer Förderkürzungen bescheren der vom Preisverfall gebeutelten Solarbranche derzeit eine Sonderkonjunktur. Der Solartechnikkonzern SMA erwartet im ersten Quartal einen rasanten Umsatzanstieg um bis zu 50 Prozent auf 350 bis 390 Millionen Euro. SMA-Chef Pierre-Pascal Urbon machte am Freitag in Frankfurt zum Ergebnis allerdings keine Angaben, erklärte aber, der Preisdruck halte an. Auch beim defizitären Solarkonzern Conergy macht sich der aktuelle Boom bemerkbar. „Wir sind mit dem ersten Quartal sehr zufrieden“, sagte der neue Chef Philip Comberg im Reuters-Interview. Allerdings sorgt bei Conergy neben dem aktuellen Run auf dem Heimatmarkt zunehmend das wachsende Auslandsgeschäft für Zuversicht. Die Projektpipeline außerhalb Europas, wo allerorten die staatliche Förderung zurück gefahren wird, sei vielversprechend.

Aktuell sei eine starke Nachfrage im Bereich der Aufdachanlagen zu verzeichnen, erklärte SMA-Chef Urbon. Es sei aber davon auszugehen, dass diese insbesondere auf Vorzieheffekte angesichts der Verunsicherung über die künftige Solarförderung zurückzuführen sei. Das Geschäft mit großen Solaranlagen, die künftig nicht mehr gefördert werden sollen, sei bereits stark zurückgegangen. „Die Entwicklung der Nachfrage im weiteren Jahresverlauf ist vor dem Hintergrund der aktuellen unsicheren Situation auch hinsichtlich massiver Veränderungen in anderen europäischen Märkten kaum abzusehen“, betonte Urbon. Er bekräftigte daher für 2012 seine Prognose: Urbon rechnet demnach mit einem Umsatzrückgang auf 1,2 bis 1,5 (Vorjahr: 1,7) Milliarden Euro und einer operative Gewinnmarge (Ebit-Marge) zwischen fünf und zehn Prozent. Im besten Falle wäre das rein rechnerisch ein Ebit von 150 (240,3) Millionen Euro.

Nach verlustreichen Jahren peilt Conergy in diesem Jahr erstmals wieder - zumindest vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) - einen kleinen Gewinn an. 2013 sollten dann auch unter dem Strich wieder schwarze Zahlen stehen - erstmals seit 2005. Die Margen hätten sich deutlich verbessert ebenso wie die Finanzlage des Konzerns, sagte Comberg. Conergy hatte sich im vergangenen Jahr von seiner Zell- und Wafer-Produktion verabschiedet und produziert nur noch Module. Der Konzern fungiert künftig als Systemanbieter und Projektentwickler im Auftrag von Investoren. Die Restrukturierungen brockten dem Hamburger Konzern 2011 einen Ebitda-Verlust von 84 Millionen Euro ein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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