Solarmarkt
Solarfirmen verlangen Preisnachlass

Die Modulpreise verfallen, nun wächst der Druck auf die Hersteller der Vorprodukte: Solar-Unternehmen wollen den Preisrückgang bei Solarmodulen an ihre Lieferanten von Solarwafern und-zellen weitergeben - Verträge sollen neu verhandelt werden.

HAMBURG. Auf dem Solarmarkt bahnt sich eine Neuordnung an. Mit dem Verfall der Modulpreise erhöht sich der Druck auf die Hersteller der Vorprodukte Solarwafer und-zellen, die bislang üppige Margen eingefahren haben. Nach Angaben von Investoren und Managern verlangen Händler und Produzenten von Solarmodulen nun Preisabschläge von ihren Lieferanten. Bestehende Kontrakte sollen dazu geöffnet werden. "Ich rechne damit, dass manch langfristiger Vertrag neu verhandelt wird", sagte der Vorstandschef der Solarfirma Conergy, Dieter Ammer, dem Handelsblatt.

Bislang mussten sich die Unternehmen um den Absatz von Solarmodulen nicht sorgen, die Kunden rissen sie den Hersteller aus den Händen. Profitiert haben davon alle, vor allem aber die Produzenten von Solarwafern und-zellen, die zu Modulen weiterverarbeitet werden. Beides war knapp und damit teuer.

Um ihre Margen für die Zukunft abzusichern, vereinbarten die Wafer- und Zellen-Hersteller - darunter Q-Cells und REC - mit ihren Kunden langfristige Verträge. Abnehmer wie Conergy hatten keine Alternativen, als die Bindung einzugehen, wollten sie Zugang zum knappen Silizium haben.

Dieser Luxuszustand für die Lieferanten hat nun ein Ende gefunden. Mit dem Abflauen des Solarbooms, der durch die Zurückhaltung der Banken bei der Finanzierung neuer Projekte ausgelöst wurde, und der Inbetriebnahme neuer Produktionskapazitäten hat sich der Markt gedreht. Dies spiegelt sich am Spotmarkt wider, auf dem der Preis für eine Tonne Silizium mittlerweile um zwei Drittel auf 100 Dollar gefallen ist.

Die Wafer- und Zellen-Hersteller sind nicht mehr alleine am Drücker, nun rücken Firmen mit einem direkten Zugang zum Endkunden in den Vordergrund. "Solarmodule werden einem heute nicht mehr aus den Händen gerissen, man muss sich nun um den Verkauf bemühen", sagte ein Mitarbeiter einer Solarfirma.

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