
BerlinDie Mitarbeiter des Solarmodulherstellers Solon glauben trotz der Zahlungsunfähigkeit an eine Rettung der Berliner Firma. „Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass die Investoren einsteigen und wir die Insolvenz so überstehen“, sagte die Betriebsratsvorsitzende Sabine Lutze. Bis vor kurzem sei Solon mit zwei interessierten Investoren in Verhandlungen gewesen, sagte eine Firmensprecherin. Diese Gespräche seien jedoch vorerst gescheitert. Solon hatte am Dienstag beim Amtsgericht Charlottenburg Antrag auf Insolvenz gestellt.
Die Stimmung im Unternehmen sei sehr angespannt, sagte die Betriebsratschefin. „Die Kollegen sind enttäuscht und ängstlich, dass sie, gerade jetzt vor Weihnachten, kein Geld mehr bekommen“, erklärte Lutze.
Deutschlandweit beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit 530 Mitarbeiter, 510 davon am Standort Berlin. Auch für die Tochtergesellschaften Solon Photovoltaik und Solon Investments in Berlin sowie die Greifswalder Solon Nord hat die Gruppe Insolvenz beantragt. Am Mittwochnachmittag sollte der Insolvenzverwalter in Berlin eintreffen.
Bis Ende September hat der Konzern in diesem Jahr bei einem Umsatz von 358,2 Millionen Euro bereits einen Verlust von 208,3 Millionen Euro erwirtschaftet. Zu diesem Zeitpunkt wies Solon im Zwischenbericht eine Nettoverschuldung von 396 Millionen Euro aus.
Solon-Aktien büßten an der Börse an die 60 Prozent ihres Wertes ein. Auch auf die Kurse weiterer Solarfirmen strahlte die Insolvenz ab. Die Papiere des ebenfalls angeschlagenen Solarzellenherstellers Q-Cells lagen am Nachmittag mit über vier Prozent im Minus, Conergy-Aktien verloren rund drei Prozent. Der Kurs des Konkurrenten Solarworld, eine der größten deutschen Solarfirmen, legte hingegen zwischenzeitlich mit einem Plus von mehr als sechs Prozent kräftig zu.