Solarpark gefährdet
Q-Cells droht Rückschlag bei Prestige-Projekt

Ein millionschweres Musterprojekt des Solarkonzerns Q-Cells steht möglicherweise vor dem Aus. Der gemeinsam mit dem US-Siliziumhersteller MEMC geplante Solarpark in Bayern könnte scheitern, weil dem Kooperationspartner der Einstieg in das Geschäft mit Solarmodulen untersagt ist. Nun drohen Klagen.

FRANKFURT. Dem Solarkonzern Q-Cells droht bei seinem wichtigsten Projekt ein herber Rückschlag. Das Unternehmen will gemeinsam mit dem US-Siliziumhersteller MEMC in Bayern einen Solarpark mit einer Leistung von 50 Megawatt bauen. Der laut Eigenwerbung „größte Solarpark Deutschlands“, in den beide Konzerne jeweils 70 Mio. Euro investieren, ist jetzt aber gefährdet. Denn wie dem Handelsblatt vorliegende Unterlagen nahe legen, sind dem Kooperationspartner MEMC entsprechende Geschäfte untersagt.

In Lieferverträgen mit den Solarfirmen Conergy, Suntech und Tainergy hat sich der US-Konzern verpflichtet, nicht in die „Entwicklung, Fertigung, Vermarktung und Verkauf von Solarzellen und Solarmodulen“ einzusteigen. Im Gegenzug akzeptierten die Kunden der US-Gesellschaft, selber keine Siliziumwafer – also Basisplatten für Solarmodule – zu produzieren. Mit den Klauseln wollten die Unternehmen eine gegenseitige Konkurrenz verhindern.

Verträge mit MEMC drohen damit nach dem Hamburger Unternehmen Conergy nun auch weitere deutsche Solarfirmen zu belasten. Conergy streitet sich derzeit mit MEMC vor einem US-Gericht um einen laufenden Vertrag, der ein Wettbewerbsverbot vorsieht, aufzulösen.

Q-Cells wiederum legt große Hoffnungen in die Kooperation mit dem US-Konzern. Der Solarpark im bayerischen Strasskirchen ist Teil der neuen Strategie des Marktführers, mit der Q-Cells seine Wertschöpfungskette vertiefen will. Neben der Produktion von Solarzellen will das Unternehmen auch Module herstellen.

Q-Cells und MEMC hatten im Juli die Gemeinschaftsfirma für den Bau des Solarparks gegründet. MEMC liefert die Siliziumwafer, die Q-Cells zunächst zu Zellen und diese dann in Module verarbeitet. Das fertige Projekt mit einer Leistung von 50 Megawatt – die können 15 000 Haushalte mit Strom versorgen – soll dann an einen Dritten verkauft werden.

Hier liegt aus Sicht von Beobachtern die Crux. Denn als 50-prozentiger Eigentümer des Joint-Ventures tritt MEMC als Verkäufer von Solarmodulen auf. Kunden wie Suntech oder Tainergy könnten dies als Anlass für Klagen sehen, heißt es in der Branche. Die Unternehmen äußerten sich zunächst nicht dazu.

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