Solartechnikfirma
Phoenix Solar bangt weiter um Refinanzierung

Die Finanzierung von Phoenix Solar ist weiter unklar: Aufgrund massiver Einschnitte bei der Solarförderung habe der Restrukturierungsplan überarbeitet werden müssen. Die Finanzierungsverhandlungen verzögerten sich somit.
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FrankfurtDie Solartechnikfirma Phoenix Solar muss weiter um ihre Finanzierung bangen. Aufgrund der massiven Einschnitte bei der Solarförderung habe der im Dezember 2011 den Gläubigern vorgelegte Restrukturierungsplan überarbeitet werden müssen. Die Finanzierungsverhandlungen verzögerten sich somit, erklärte das Unternehmen aus dem bayerischen Sulzemoos am Montag. Das Stillhalteabkommen mit den Gläubigern sei verlängert worden. Nähere Informationen waren von dem Unternehmen zunächst nicht zu erhalten.

Die für den 25. April 2012 geplante Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2011 verschiebe sich voraussichtlich um einige Wochen. Auch die für den 10. Mai vorgesehene Veröffentlichung des Berichts für das erste Quartal verzögere sich. Für die ersten neun Monaten 2011 hatte das Unternehmen, das rund 400 Mitarbeiter zählt, einen Verlust von 40,1 Millionen Euro ausgewiesen.

Phoenix Solar leidet wie die gesamte Branche unter dem massiven Preisverfall infolge von Überkapazitäten. Die Kürzung der Solarförderung setzt die Firmen zusätzlich unter Druck. Je nach Anlage sollen die garantierten Abnahmepreise für Solarstrom um 20 bis fast 40 Prozent gesenkt werden.

Erst am Montag hatte der einst größte deutschen Solarkonzern Q-Cells angekündigt, am Dienstag Insolvenz anzumelden. Zuvor hatten bereits Solarhybrid, Solon und Solar Millennium Insolvenz anmelden müssen. Ebenfalls am Montag teilte Solar Millennium mit, dass die ursprünglich nicht von der Insolvenz betroffenen US-Töchter und -Beteiligungen ein Insolvenzverfahren nach Chapter elf eingeleitet hätten. Dies solle einen geordneten Verkaufsprozess für die amerikanischen Projekte ermöglichen, erklärte Solar-Millennium-Insolvenzverwalter Volker Böhm.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Solartechnikfirma: Phoenix Solar bangt weiter um Refinanzierung"

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  • Man kann froh sein, wenn die Chinesen unseren Atomausstieg mit Subventionen unterstützen. Ansonsten würde er noch weniger bezahlbar.

    Es ist ohnehin nicht nachzuvollziehen, dass durch die Abnahmepreise Solarstrom gegenüber dem deutlich billigeren Windstrom so gefördert wird. Das macht den Ausstieg wieder deutlich teurer.

  • tja, die Chinesen sind eben clever, sie holen sich die europäischen Subventionen ab.

  • Durch die chinesischen Billiganbieter ist der gesamte deutsche Markt zusammen gebrochen, was ich schade finde. Die chinesischen Solarfirmen erhalten günstige Kredite vom Staat, wodurch sie einen wettbewerbsvorteil gegenüber europäische Firmen erlangen. Deutschland / Europa sollte den US-Amerikanischem Vorbild folgen und chinesischen Produkten mit Handelszöllen belegen und somit auch den einheimischen Markt vor unlauterem Wettbewerb schützen.

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