Solarunternehmen
Conergy schockiert Anleger

Die Aktien des angeschlagenen Solarunternehmens Conergy sind nach Bekanntgabe tiefroter Zahlen für das Geschäftsjahr 2007 am Mittwoch eingebrochen. Nachdem sich Conergy eine Finanzspritze gesichert hat, plant es weitere Schritte, um das Unternehmen wieder fit zu machen.

HB HAMBURG/FRANKFURT. Am Vormittag gab die Notierung des Wertes im TecDax in der Spitze um mehr als ein Viertel nach, erholte sich dann aber wieder. Conergy hatte sich am Vortag eine Finanzspritze von rund 240 Mill. Euro bei der Commerzbank und Dresdner Kleinwort gesichert. Das Nettoergebnis 2007 war von plus acht Mill. Euro im Vorjahr auf minus 194 Mill. Euro abgesackt.

Mit einer Kapitalerhöhung von 250 Mill. Euro im Laufe des Jahres sollen die Aktionäre den Sanierungsfall wieder fit machen, wie das Hamburger Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. In erster Linie durch diesen Schritt soll die Zwischenfinanzierung durch die Banken zurückgezahlt werden. Außerdem sollen das Anlagekapital gesenkt sowie Tochterfirmen verkauft werden, um so Geldmittel freizumachen. Der Umsatz soll 2008 auf eine Milliarde Euro steigen. Für das Jahr 2009 strebt Conergy wieder Gewinne an.

Das auf Solarstrom spezialisierte Unternehmen hatte sich in den letzten Jahren verzettelt und allerlei sachfremde Sparten eröffnet: Wärmepumpen, Biogas oder Solarkollektoren. Der Vorstand hatte schon zu Jahresende ein Sanierungsprogramm angestoßen, wonach die Randbereiche verkauft werden sollen, sowie die Lagerbestände reduziert. Außerdem müssen 500 der 2 500 Mitarbeiter gehen. Ende 2007 hatte es eine Gewinnwarnung gegeben.

Die im März 2005 an die Börse gegangene Conergy -Gruppe ist nach eigenen Angaben das größte Solarunternehmen Europas. Der Kurs schoss damals in die Höhe und Conergy notierte zeitweise weit über 100 Euro. Als die Geschäftsprobleme sichtbar wurden, fiel der Kurs auf jetzt unter 14 Euro.

Um beim Bezug von Solarstrommodulen künftig unabhängiger von Lieferanten zu sein, baut Conergy in Frankfurt/Oder eine eigene Produktionsstätte mit 350 Mitarbeitern auf. Die Fabrik solle 2008 die Produktion umfassend aufnehmen und sei von der Sanierung nicht betroffen, sagte ein Sprecher.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%