Solarunternehmen
Der Boom und die Bremse

Nur wenige Branchen haben in den vergangenen Jahren einen Boom wie die Solarunternehmen erlebt. Doch obwohl Analysten und Marktforscher kein Ende des steilen Wachstums sehen, steht der Solar-Boom vor einem grundsätzlichen Problem: Die Versorgung mit Rohstoffen muss mit der stetig steigenden Nachfrage Schritt halten – doch 2008 stehen die Chancen dafür eher schlecht.

DÜSSELDORF. Eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger rechnet für die nächsten Jahre mit jährlichen globalen Steigerungsraten von 20 Prozent für die Erzeugung von Strom aus Sonnenlicht. Die staatliche Förderung der alternativen Energien in vielen Ländern hat die Nachfrage angekurbelt. Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft 220 000 neue Solaranlagen im Wert von rund fünf Mrd. Euro installiert, ein Plus von 60 Prozent. Deutschland ist so zum größten Solarmarkt weltweit geworden, und die deutschen Hersteller zählen zu den größten Anbietern mit enormen Renditen und Bewertungen an den Börsen.

Zuletzt sind aber Zweifel an den günstigen Prognosen der Solar-Branche aufgekommen. Der Solar- und Windkraftanlagenherstellers Conergy hat den gesamten Markt am vergangenen Freitag mit einer Gewinnwarnung geschockt. Die Aktie brach zeitweise um mehr als ein Drittel ein.

Der Solar-Boom beschert Herstellern wie Conergy ein Problem. Mit der sprunghaft gewachsenen Nachfrage hat die Versorgung mit den nötigen Rohstoffen nicht Schritt gehalten. Die Sicherung des Siliziums, Ausgangsmaterial für die Solarzellen, hat sich für die Branche zum Flaschenhals entwickelt – mit dramatischen Folgen, wie das Beispiel Conergy zeigt. Noch verwenden fast alle Hersteller Silizium als Ausgangsmaterial. Alternativen wie die Dünnschichttechnologie sind erst im Aufbau. Hersteller von Silizium wie Wacker verdienen sich derzeit goldene Nasen mit dem begehrten und deshalb teurem Rohstoff. Sie investieren in neue Kapazitäten, doch bis diese an den Markt kommen, kann es noch dauern. Zumindest 2008 wird die Knappheit anhalten.

Denn die Solarindustrie baut ihre Kapazitäten auch aus. In diesem und im nächsten Jahr entstehen etwa 15 neue Fabriken, vor allem in Ostdeutschland. Der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet, dass Deutschland im nächsten Jahr Weltmarktführer in der Produktion von Solarzellen wird und den bisherigen Spitzenreiter Japan überholt.

Die Solarindustrie hat auf die anhaltende Knappheit des Siliziums unterschiedlich reagiert. Einige haben sich mit den Siliziumproduzenten für den Bau neuer Werke in Joint Ventures zusammen geschlossen, andere haben langfristige Lieferverträge vereinbart.

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