Solarunternehmen: Q-Cells geht am Dienstag in die Insolvenz

Solarunternehmen
Q-Cells geht am Dienstag in die Insolvenz

Die vierte große Pleite in der deutschen Solarbranche steht kurz bevor. Q-Cells hat angekündigt, am Dienstag die Insolvenz zu beantragen. Der Solarzellenhersteller will in Eigenregie seine Schulden loswerden.
  • 24

Bitterfeld-WolfenNach der Aufgabe seines Sanierungsplanes geht der Solarkonzern Q-Cells in die Insolvenz. Das Unternehmen aus dem ostdeutschen Bitterfeld-Wolfen kündigte am Montag an, Dienstag beim zuständigen Amtsgericht Dessau einen entsprechenden Antrag zu stellen. Q-Cells will sich nach eigenen Angaben unter Gläubigerschutz in Eigenregie sanieren.

„Nach intensiver Prüfung von alternativen Konzepten zur Umsetzung der Finanzrestrukturierung ist das Management zu der Einschätzung gelangt, dass die Fortführungsprognose für das Unternehmen nicht mit hinreichender rechtlicher Sicherheit wiederhergestellt werden kann.“ Daher sei die Stellung eines Insolvenzantrags rechtlich geboten.

An der Börse war bereits mit der Pleite gerechnet worden. Die Aktie war am Vormittag um 35 Prozent abgerutscht, am Nachmittag notierte sie zuletzt 18,4 Prozent im Minus bei 0,173 Euro. Kurz vor der Nachricht wurden die Papiere um 14.20 Uhr für eine Stunde vom Handel ausgesetzt. Die Papiere werden allerdings erst seit kurz nach 15.30 Uhr wieder gehandelt.

Q-Cells hatte am Freitag seinen Sanierungsplan aufgegeben. Gegen den Plan hatte ein Gläubiger beim Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt geklagt. Das Gericht hat in diesem Fall noch nicht entschieden, wohl aber in einem sehr ähnlichen: Das OLG hatte am Dienstag die Sanierungspläne des Holzverarbeiters Pfleiderer gekippt, die ähnlich wie bei Q-Cells zur Rettung unter anderem den Verzicht der Anleihegläubiger auf ihre Ansprüche vorsahen. Nach dem abschlägigen Gerichtsurteil meldete Pfleiderer Insolvenz an.

Angesichts des Urteils sei dem Restrukturierungskonzept die Basis entzogen worden, erklärte Q-Cells. „Vor diesem Hintergrund geht der Vorstand davon aus, dass die Fortführungsprognose zurzeit nicht gegeben ist“, hieß es in einer Pflichtmitteilung. Q-Cells sei zwar überzeugt, dass die Entscheidung des OLG falsch ist. Zu erwartende Klagen gegen das Restrukturierungskonzept von Q-Cells wären jedoch von demselben Gericht zu entscheiden. Es sei nicht anzunehmen, dass es seine Ansicht ändere.

Die Mitarbeiter bei Q-Cells fürchten nun um ihre Jobs. „Wir haben noch keine Informationen, wie es weitergeht“, sagte Sylke Teichfuß, Vize-Bezirksleiterin der Gewerkschaft IG BCE. Jedoch gebe es Hoffnung: „Ich denke, dass Q-Cells Zukunft hat“, sagte Teichfuß.

Seite 1:

Q-Cells geht am Dienstag in die Insolvenz

Seite 2:

Vierte große Pleite der Branche

Kommentare zu " Solarunternehmen: Q-Cells geht am Dienstag in die Insolvenz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich betrachte den Drachen auch nicht als Konkurrenz- mit Windkraftanlagen & Co wird man die klassischen Energieformen nicht ersetzen können, auch da stimme ich mit Ihnen überein. Als Ergänzung könnten Sie taugen, mit dem Ziel, Brennstoff einzusparen.
    So werden die Insulaner selbstverständlich ihren Diesel weiterbetreiben- falls Wind weht, könnte dieser aber auch mal Pause machen. Und die Energie aus dem Drachen, der den Generatorzug in der Nähe des Tagebaues hinterherschleppt, könnte kurz mal die Energie aus dem Kohlestaubbrenner ersetzen. Gerade das letzte Szenario ist aber aktuell reine Phantasie, da gebe ich Ihnen recht...

  • @vandale

    dir fehlt einfach nur Vorstellungskraft, wie die dezentrale Enbergieversorgung sich dann auch entwickelt,

    Einstein meinte, Phantasie ist wichtiger als Intelligenz, aber der hatte ja auch gut reden mit seinem Nobelpreis... oder?

  • Der PV Markt hat jetzt eine Pleite, weil Q Cells falsch gemanagt wurde, aber die Messen sind noch lange nicht gesungen.
    Das Wirkungsgradrennen um die besten Solarmodule ist noch lange nicht vorbei, auch wenn die Chinesen jetzt Q Cells und andere deutsche Hersteller in den Abgrund getrieben haben, heißt das nicht, dass Deutschland Produktionswüste wird.
    PV Module können theoretisch bis zu 40% Wirkungsgrad haben, bei heutigen 12 - 16% ist noch viel zu optimieren und technisch zu entwickeln, das sind deutsche Stärken!

    Solarstrom wird ein Pfennigartikel, wird der Strombilligheimer, ist auf jeder Oberfläche installierbar und E.ON und RWE verschwinden...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%