Solarwatt-Insolvenz
Gläubiger segnen Quandts Sanierungsplan ab

Mit rund 100 Mitarbeitern weniger kann Solarwatt nun neu durchstarten. Grünes Licht gaben dafür die Gläubigerversammlung und das Amtsgericht. Der Fokus soll künftig auf dem Systemgeschäft liegen.
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DresdenBeim angeschlagenen Modulhersteller Solarwatt aus Dresden ist der Weg für die geplante Sanierung frei. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, stimmte die Gläubigerversammlung dem Restrukturierungsplan geschlossen zu. Das Unternehmen soll mit 337 von ehemals 435 Mitarbeitern neu durchstarten und den Fokus auf das wachstumsstarke Systemgeschäft legen. Das Amtsgericht Dresden habe unmittelbar nach der Abstimmung den Sanierungsplan gebilligt, hieß es. Das Insolvenzverfahren soll Ende des Monats abgeschlossen werden, hieße es. „Wir sehen uns nach der Gläubigerversammlung gestärkt“, sagte Vorstandchef Detlef Neuhaus.

Laut Sanierungsplan erhalten alle nichtnachrangigen Gläubiger wie etwa Lieferanten und die Anleihegläubiger 16 Prozent ihrer festgestellten Forderungen. Im Februar 2015 könnten zudem möglicherweise aus der Auflösung von Rückstellungen weitere insgesamt 1,5 Millionen Euro verteilt werden, hieß es. Von 98 Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen mussten, sind 66 in eine Transfergesellschaft gewechselt.

BMW-Großaktionär Stefan Quandt wird wie angekündigt Ankeraktionär. Das zuvor auf Null gesetzte Grundkapital wird auf fünf Millionen Euro erhöht. Quandt wird über seine Beteiligungsholding Aqton SE 94 Prozent des Kapitals halten und zudem eine Gesellschafterdarlehen in Höhe von fünf Millionen Euro gewähren.

Solarwatt entstand 1993 und fertigt unter anderem kristalline Solarmodule. Die Firma war 2011 von der Krise in der Solarindustrie erfasst worden und in die roten Zahlen gerutscht. Das Amtsgericht Dresden hatte am 1. August das Insolvenzverfahren eröffnet, nachdem das Unternehmen Mitte Juni einen sogenannten Insolvenz-Schutzschirm beantragt hatte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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