Solarwirtschaft
Sharp rüstet zum Gegenangriff

Die deutsche Konkurrenz hat Japans größte Photovoltaikfirmen überholt. Um ihre Marktanteile zurückzuerobern, fahren diese nun die Produktion hoch. In der Branche, die nach Analystenmeinung jährlich um 40 Prozent wachsen wird, entwickelt sich ein spannendes Wettrennen.

TOKIO. Japans Solarhersteller investieren kräftig, um ihre Führungsposition auf dem Weltmarkt zu verteidigen. Vor allem deutsche Anbieter haben die Platzhirsche in Fernost zuletzt strategisch geschickt angegriffen und ihnen Marktanteile abgejagt. Doch Sharp, Sanyo und Kyocera bereiten bereits die übernächste Technologie für die Marktreife vor. Sie schicken sich an, die Produktion hochzufahren.

Vor allem Ex-Marktführer Sharp fühlt sich davon herausgefordert, dass Konkurrent Q-Cells im vergangenen Jahr auf Platz eins der Rangliste aufgerückt ist. Der Photovoltaik-Spezialist mit Sitz in Sachsen-Anhalt konnte vor allem durch geschickte Einkaufspolitik für den Rohstoff Silizium die Kosten niedriger halten als die Mitbewerber. Dem Analyseunternehmen International Finance zufolge wird der Markt für Solarzellen künftig rund 40 Prozent pro Jahr wachsen.

Sharp erwartet eine Steigerung des Verkaufsvolumens der eigenen Photovoltaiksparte von 150 Mrd. Yen (915 Mill. Euro) im gerade abgelaufenen auf rund 200 Mrd. Yen in diesem Jahr. Um in Deutschland den Marktanteil zu erhöhen, will das Unternehmen marktnäher in Europa produzieren. Allein außerhalb Japans sollen zusätzliche Herstellungskapazitäten für Solarzellen in Dünnschichttechnik mit einer Kapazität von 360 Megawatt entstehen.

Wichtigster Standort wird jedoch das Werk im japanischen Sakai bei Osaka, in dem ab Frühjahr 2010 Dünnschicht-Solarzellen mit einer Kapazität von 480 Megawatt vom Band laufen können. Das Unternehmen investiert dafür 72 Mrd. Yen. Insgesamt stehen Sharp damit ab Frühjahr 2010 zusätzliche Produktionsmöglichkeiten für Zellen mit einer Kapazität von einem Gigawatt zur Verfügung. Derzeit liegt Sharp bei gut 700 Megawatt, das Ziel sind sechs Gigawatt in der nahen Zukunft. In Sakai soll die Produktion auch deshalb besonders effizient werden, weil am gleichen Standort Flüssigkristallanzeigen für Fernseher entstehen. Beide Techniken haben in den ersten Herstellungsschritten Gemeinsamkeiten, die Einsparmöglichkeiten eröffnen.

Dünnschicht-Solarzellen sind derzeit der letzte Schrei in der Industrie, da sie weniger des Ausgangsstoffs Silizium benötigen und gerade in sonnigen Ländern effizienter funktionieren. Zwar existiert das Silizium auf der Erde in Hülle und Fülle, doch die Produktionskapazitäten sind beschränkt. Da der Hauptabnehmer die hochzyklische Halbleiterindustrie ist, zögern die Siliziumhersteller ihre Kapazitäten heraufzufahren - denn beim nächsten Abschwung in der Chip-Branche würden sie die Anlagen nicht mehr benötigen.

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