Solarworld-Chef
Asbeck wirft Konkurrenten Dumping vor

Chinesische Konkurrenten verkauften Photovoltaik teilweise unter den Herstellungskosten, sagt der Solar-Manager Frank Asbeck. Er fordert ein Eingreifen der Wettbewerbsbehörde, sonst würde „eine ganze Industrie zerstört“.
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DüsseldorfSolarworld -Chef Frank Asbeck wirft chinesischen Konkurrenten unfaire Praktiken im weltweiten Preiskampf vor und fordert ein Eingreifen der Wettbewerbsbehörden. „In unserer Branche gibt es keinen fairen Wettbewerb“, kritisierte Asbeck in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview mit dem Wirtschaftsmagazin „Capital“.

Chinesische Unternehmen erhielten günstige Kredite von staatlicher Seite und würden Produkte „zu Dumping-Preisen von teilweise bis zu 30 Prozent unter den Herstellungskosten anbieten“. Wenn Hersteller versuchten, „riesige Mengen zu Niedrigpreisen anzubieten, um eine ganze Industrie zu zerstören, muss die Wettbewerbspolitik eingreifen“, forderte Asbeck.

Der Solarworld-Chef rechnet mit zunehmender Konkurrenz aus Asien. Auch die Elektronik-Riesen Samsung oder Foxconn könnten in den milliardenschweren Fotovoltaik-Markt eingreifen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @Anonymer Benutzer: Marktwirtschaft: Sie können beim Ökoinstitut nachschauen, der spez. CO2-Ausstoß liegt bei mit PV erzeugter elektrischer Energie im Bereich von Erdgaskraftwerken. Kostet halt eine Menge Energie, Solarzellen herzustellen. Eine bessere Bilanz weisen WKA und KKW auf. Passt aber nicht ins Konzept der Klimareligiosen. Allerdings unterwerfe ich mich nicht der Klimareligion. In China demonstrieren Menschen gegen umweltverschmutzende Fabriken zur Herstellung von Solarmodulen. Ergänzend zu Solargo: Herr Asbeck ist Gründungsmitglied der "Grünen". Er selbst frönt der feudalen Lebensweise im eigenen Schloss, welche er durch das von den "Grünen" mitgeschriebene EEG ergaunert hat und Frau Göring-Eckardt, auch von den "Grünen" fordert die evangelische Christenheit in Deutschland beim Kirchentag zur enthaltsamen Lebensweise auf. Und ein guter Christ ist natürlich gegen Kernkraft und für "Erneuerbare". Damit die Partie in Asbecks Schloss weitergehen kann?

  • Es ist der übliche Reflex: die anderen sind schuld, wenn man selbst nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Was Herr Asbeck allerdings verschweigt: Solarworld ist selbst der größte Empfänger von direkten Subventionen (siehe www.manager-magazin.de/unternehmen/energie/0,2828,785680-2,00.html). Und dieses Geld bekam Solarworld geschenkt, nicht wie bei den chin. Anbietern, wo es sich um Kredite handelt.
    Was Herr Asbeck ebenso verschweigt: die aktuell niedrigen Preise stammen aus der Überproduktion und auch manche chinesische Anbieter schreiben momentan rote Zahlen (Solaroworld hingegen noch schwarze!). In einer Überproduktion ist es normal, dass Anbieter unter Herstellungskosten verkaufen nur um ihre Lager leer zu bekommen. Das Ganze zeigt eines sehr deutlich: Herr Asbeck ist rein durch Subventionen, durch die Gelder der Stromverbraucher reich geworden. Er hat sich schon so daran gewöhnt, dass der Staat ihm seine Gewinne finanziert, dass er sofort aufschreit, sobald irgendwelche ganz normalen marktwirtschaftlichen Effekte eintreten. Und Überproduktion ist nunmal normal in Branchen, in welche viele Firmen eingestiegen sind, weil sie (dank der Subventionen) so lukrativ waren.
    Im Endeffekt hat die Politik die deutsche Solarbranche zerstört. Sie hat viel zu viele Subventionen gezahlt. Hätten die deutschen Anbieter von Anfang an sich auf Auslandsmärkten behaupten müssen, stünden sie heute wahrscheinlich besser da, vielleicht wären sie kleiner und hätten keine Überkapazitäten aufgebaut. Besonders bedenklich ist, dass diese Politik mit der Handschrift der FDP entstanden ist. Solarworld hatte für die FDP bekanntlich viele Spenden eingesammelt und die FDP hatte sich anders als die Union gegen starke Subventionskürzungen bei Solarstrom ausgesprochen. Ob die FDP Herrn Asbeck jetzt wieder zur Seite springt?

  • Die großen der Branche (SOLARWORLD, Q-CELLS, ) haben sich viel zu lange auf den Staat und die irrsinnig hohen Einspeisevergütungen verlassen. Die Branche muß und wird sich konsolidieren, aber anders als viele glauben.

    Am schnellsten werden diejenigen vom Markt verschwinden, die sich in Boomzeit - durch Größenwahn - übernommen haben, wie z.B. CONERGY.

    Nicht die Großen werden überleben, sondern die Solaranbieter, die durch Qualität, Produktivität, Innovationskraft und vor allem Kundennähe punkten, wie z.B. CENTROSOLAR. Dagegen - und gegen das Argument MADE IN GERMANY - werden auch die billigsten Chinesen auf Dauer nichts entgegenzusetzen haben.

    Der neue Aufschwung der Photovoltaik wird kommen. Die Technologie ist mittlerweile preislich durchaus konkurrenzfähig geworden - auch ohne Subventionen. Sie ist klimaunschädlich, netzunabhängig (bei Bedarf) und hat zudem ein tadelloses Image.

    Warten wir mal ab.

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