Solarworld: Sonnenkönig Asbeck setzt auf Schützenhilfe aus Katar

Solarworld
Sonnenkönig Asbeck setzt auf Schützenhilfe aus Katar

Ein Investor aus Katar will der angeschlagenen Solarworld offenbar unter die Arme greifen. Wie hoch die Beteiligung sein wird, verrät Firmenchef Frank Asbeck nicht. Solarworld sitzt auf einer Milliarde Euro Schulden.
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DüsseldorfFür den angeschlagenen Solarkonzern Solarworld ist Rettung aus dem Morgenland in Sicht. Ein Investor aus Katar soll dem einstigen Börsenstar auf die Sprünge helfen. „Die Höhe der potenziellen Beteiligung werden wir auf der außerordentlichen Hauptversammlung veröffentlichen“, sagte Konzernchef Frank Asbeck am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Kreisen zufolge ist der Solarworld-Partner Qatar Solar Technologies bereit, sich mit einer Minderheit an dem Bonner Unternehmen zu beteiligen. Die Gespräche liefen aber noch.

Auch der Vorstand wird laut Asbeck seinen Anteil zur Rettung von Solarworld beisteuern. „Der Forderung der Aktionärsschützer, dass sich das Management beteiligt, werden wir sicher Rechnung tragen.“ Er rechne damit, dass im Herbst alle Kapitalmaßnahmen unter Dach und Fach seien.

Die Solarworld-Aktie, die bis zum Nachmittag noch neun Prozent im Minus notierte, drehte nach den Äußerungen Asbecks kurzzeitig ins Plus.

Asbecks Beteiligung an Solarworld wird durch den zur Sanierung geplanten Kapitalschnitt von 28 auf rund 1,4 Prozent fallen. Er sei aber bereit, noch einmal frisches Geld in die Hand zunehmen, hieß es in den Kreisen. Den Altaktionären sollen nur fünf Prozent bleiben. Die Mehrheit an Solarworld dürften künftig die Gläubiger halten, Hedgefonds und Banken-Treuhänder. Sie sollen 60 Prozent der Solarworld-Schulden in Aktien tauschen (Debt-to-Equity-Swap). Solarworld hatte sich nach monatelangen Verhandlungen am Dienstag mit dem größten Teil seiner Gläubiger auf einen Ausweg aus der Krise geeinigt.

Externe Prüfer hatten Asbeck Anfang des Jahres bescheinigt, dass Solarworld nur durch gravierende Einschnitte bei den Verbindlichkeiten zu retten sei. Nun sollen rund 400 Millionen von derzeit einer Milliarde Euro Schulden übrig bleiben.

Wegen des Preisverfalls bei Solaranlagen steckt Solarworld in den roten Zahlen. Der Umsatz brach im vergangenen Jahr um 42 Prozent auf 606 Millionen Euro ein, der Verlust lag bei 477 Millionen Euro. Schon 2011 hatte Solarworld 307 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet. Das Eigenkapital hat Solarworld angesichts der Verluste aufgezehrt, die flüssigen Mittel reichen aber noch bis zum Jahresende. Ende 2012 waren noch 224 Millionen Euro übrig.

Kommentare zu "Sonnenkönig Asbeck setzt auf Schützenhilfe aus Katar"

Alle Kommentare
  • Hauptsache noch einmal ein Zeichen gesetzt. Die schwachsinnige Aktion von Solarworld und der absolut bedauernswerten "Vereinigung" europäischer Modulhersteller (incl. dessen "CEO") hat bereits hunderte von Jobs in der PV gekostet (wahrscheinlich mehr als in der Modulherstellung überhaupt beschäftigt sind...). Das Beispiel USA ist voll daneben weil die Systempreise viel höher sind und der Zoll locker weggesteckt werden kann. Ich hoffe der Spuk ist schnell vorbei, im Namen aller Beschäftigten in der europäischen PV Industrie!

  • Wie lang will man denn noch den toten Gaul von der Solarworld reiten!?
    Die Photovoiltaik und damit die ganze Erneuerbare Energiebranche ist und bleibt ein Kostenfass OHNE Boden. Diese Branche kann nicht "WIRTSCHAFTLICH"! Diese Branche ist einzig und alleine für die Abocker und Hasser der deutschen/europäischen Marktwirtschaft geschaffen worden!
    Das EEG ist das gesetzliche und politische diktierte Vernichtungsinstrument der europäisch-deutschen marktkonformen Energiewirtschaft!
    Und Hr. Asbeck ist ein gaaannnzzz GROßER dieser perfiden und assozialen EEG-Zwangs Abzocker!!! Auf Kosten der deutschen Allgemeinheit!

  • Gegen einen Industriestandort wie China, an dem Strom für unter 2 €ct/KWh frei Haus geliefert wird,
    dagegen kann eine europäische/amerikanische Firma nicht konkurrieren,
    ganz simpel!
    Photovoltaik ist geronnene Energie - mit negativem Output,
    auch ganz simpel zu errechnen (nach DIN, nicht nach Volksglauben).
    Der Strom in China ist dreckiger und blutiger Kohlestrom,
    aber das ist den Deutschen egal - Hauptsache, es ist hier "sauber".

  • Ich meine Sie haben sich extrem illusionieren lassen.

    Auch Ortschaften abseits der Stromnetze möchten einen Frequenz-, Spannungs- und bedarfsgerechten Strom. Optimal sind hier Dieselgeneratoren, oder Flüssiggasgeneratoren geeignet.

    Um die beliebige Einspeisung von Solarstrom an ein Netz anzupassen bedarf es einer Monatsspeicherung. In Deutschland wo die Einspeisung im Winter wo am meisten Strom verbraucht wird 1/5 derer des Sommers beträgt wohl eher eine X-Monatsspeicherung. Gem. diverser Vergleiche sind Redoxbatterien mit externen Speichern am besten für eine Monatsspeicherung von Strom geeignet. Allerdings sind die Kosten solcher Lösungen ökologisch, bzw. betragen ein Vielfaches derer einer Stromerzeugung in modernen Grosskraftwerken.

    Solarenergie mag auf dem Planeten Merkur eine interessante Lösung sein, die Erde ist zu weit von der Sonne entfernt und die Sonneneinstrahlung ist häufig durch Nacht und Wolken behindert.

    Vandale

  • @Hagbard_Celine

    Was die Städter an ihren Flachschirmen nicht wahrnehmen, dass das bäuerliche Land mit Photovoltaik gedeckt ist.
    Die Problematik der Photovoltaik ist sicher nicht die Effizienz, sondern die Politik, was eben auch an der Geisteshaltung des "weiter so" liegt. Es gibt keinen wirklichen Plan, nur einseitige Bastelarbeit, und die wird mit Beschwörungsformeln und Bio-Schildern schön geredet.
    Was auch keine Berücksichtgung findet, dass die Privatisierung der Versorger die Strompreise in die Höhe hat schiessen lassen und dabei sogar die Wettbewerbsfähigkeit der Republik vermindert. Nicht nur, dass der Bürger für die Entsorgung der Abfälle zuständig ist, was naturgemäss auf die Steuern zurückschlägt, an Ende der Nahrungskette sitzt eben auch der Aktionär, und der freut sich über dicke Dividenden, welche nur ausgezahlt werden können wegen der Subventioniererei der Windmonster.

    Die Solarbranche selbst zeigt sich aber auch wenig innovativ. Bleibt zu hoffen, dass Sie Recht behalten und zumindest Solarworld überlebt.

    Mein Haus, mein Auto, mein Boot - Ulfkotze macht Stimmung gegen die Solarenergie. Man scheut sich nur, den Link der Fremdsteuerung anzugeben.

  • Hallo Vandale,

    generell lässt sich die technische Entwicklung durch Subventionen bzw. staatliche Aufträge innerhalb einer gewissen Bandbreite mitunter bedeutend Beschleunigen.

    Solarstrom ist schon heute die beste Wahl für die Orte für die ein Netzanschluss unwirtschaftlich ist und wo kleinere Leistungen gefragt sind.

    Welche Verbraucher sich in 10, 20, 30 usw. Jahre am besten durch Solarstrom abdecken lassen werden ,wird sich zeigen.

    Wenn man bedenkt wie viel Geld in die Forschung und Fertigung von Batterien fließt kann man einiges erwarten.

    Lithium Florid Batterien erreichen in ihrer theoretischen Leistungsgrenze den spezifischen Energiegehalt pro Gewichtseinheit von Benzin.

    Die Möglichkeit Energie zu speichern wird dem Solarstrom weitere Bereiche erschließen, welche wird sich in 10, 20, 30 Jahren zeigen.

    Deswegen halte ich ein sachtes Antreiben von dem Stand der Technik im Solarstrom für sinnvoll aber unter Berücksichtigung der Tatsache das der Wirkungsgrad der Mittel mit ihrer Höhe sinkt.

    Ideen haben eben eine gewisse Eigendynamik was die Reife angeht; im Englischen sagt man dazu serpendipity.

    Heute ist es leider so das inzwischen in Summe über 100 MRD Euro an Solarstrom von den Versorgern gekauft und weitergegeben werden müssen.

    Ein unvorstellbarer Betrag der das kombinierte Eigenkapital von RWE und EON weit übersteigt.

    So etwas ist natürlich eine Katastrophe, für 5...10% von dem Geld wäre fast das Selbe zu haben gewesen.

  • Hi Celine...die Sonneneinstrahlung ist auf diesem Planeten zu gering um für eine industrielle Stromproduktion genutzt zu werden. Der Solarstrom ist meist auch wertlos weil dieser nicht bedarfsgerecht erzeugt wird. Dadurch beruht die ganze Illusion der Solarenergie auf den Subventionsgesetzen einiger Staaten.

    Die wirtschaftliche Situation in den Hauptsubventionsstaaten der Solarenergie lässt kaum eine Ausweitung der Solarsubventionen erwarten, eher eine Reduzierung.

    Die Kapazitäten zur Herstellung umweltschädlicher Solarzellen und Module liegen erheblich über der mittels Subventionen gernierten Nachfrage. Somit ist auch in Zukunft mit Preiskämpfen zu rechnen die die Europäer mit ihren Kostenstrukturen kaum gewinnen können.

    Insofern sollten sich Aktionäre und Anleihegläubiger mittelfristig auf weitere Verluste einstellen. Der Herrscher von Khatar wird sein Lehrgeld bezahlen.

    Vandale

  • Hallo Celine...ich hatte ein paar Jahre im Nahen Osten gelebt. Die Motive der Herrscher von Khatar verstehe ich dadurch natürlich nicht, allerdings meine ich dass mir die Gedankengänge der dortigen Menschen eher verständlich sind.

    Die meisten Araber haben keinerlei Vertrauen in die Wahrheitsliebe und die technische Kompetenz ihrer Landsleute und ihrer Experten. Europäischen "Experten" wird dagegen häufig blind vertraut. Dadurch ist es möglich, dass sich die Herrscher Khatars, wie auch die Herrscher von Abu Dhabi die Illusion von der Solarenergie haben aufbinden lassen. Die Herrscher von Abu Dhabi haben den Schwindel mittlerweile durchschaut und aus der Oekomusterstadt Masdar eine ganz normale Siedlung mit ein paar blinkenden Solaranlagen an der Zufahrtsstrasse gemacht. Die Herrscher Abu Dhabis werden diese Lektion etwas teurer lernen.

    Der Stromverbrauch erreicht in diesen Ländern am frühen Abend sein Maximum wenn die Betriebe und die Klimaanlagen noch arbeiten, die Beleuchtung eingeschaltet ist, die Solareinstrahlung jedoch bereits nahe 0 liegt. In der Konsequenz ist der umweltschädliche Solarstrom in Khatar fast so wertlos wie in D auch.

    Die Sonneneinstrahlung ist in der Region 2 x höher als in D. Allerdings ist die Wüste grausam zu technischen Anlagen. Es gibt Sandstürme die Oberflächen zerkratzen, der Sand ist nahe der Küste sehr salzhaltig und korrosiv, es gibt alle Jahre Regen der dann die Oberflächen mit einem harten Dreck bedeckt der beim Entfernen Kratzer hinterlässt. Insgesamt kann die höhere Sonneneinstrahlung durch die kürzere Lebensdauer der umweltschädlichen Solarzellen kompensiert werden.

    Vandale

  • 2. Mai - immernoch düster bewölkt in Deutschland

  • @Ingo

    "eines Schlosses"

    Ein echter Sonnenkoennig halt. Hoffentlich hat das Schloss auch eine Sonnenuhr. Fuer die Aktionaere scheint halt leider die Zeit abgelaufen ;-) Aber mal ehrlich, wen ausser den Betroffenen kuemmert dies wirklich? Ich gestehe, mir tun sie leid, aber sonst? Die Sonne scheint auch weiterhin, wenn auch nicht mehr fuer alle gleich.

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