Solarzellenhersteller
Ersol drängt in die Top-Liga

Der Solarzellenhersteller Ersol plant weitere Millioneninvestitionen und hat seine Umsatz- und Gewinnprognose nach oben geschraubt. Mit einem massiven Investitionsschub will das Erfurter Unternehmen in die Liga der zehn weltgrößten Firmen der Branche aufrücken.

HB FRANKFURT. In diesem und kommenden Jahr plant das Unternehmen für neue Produktionsanlagen deutlich höhere Ausgaben, als es zuletzt Umsätze erwirtschaftete. Die Geschäftsziele für 2006 schraubte der Börsenneuling nach oben. Bei den Investoren kam das gut an: Der Kurs der im TecDax notierten Aktie legte am Mittwoch mehr als fünf Prozent zu.

„Ersol hebt ab“, sagte Firmenchef Claus Beneking. Mit Hilfe der Einnahmen aus dem Börsengang im September und mit Bankkrediten will die Firma ihre Kapazitäten ausbauen. Bis 2007 stünden Investition von insgesamt 190 Mill. Euro in die thüringischen Produktionsstandorte Erfurt und Arnstadt an. Die Mittel sollen sowohl in neue Fertigungsanlagen für Solarzellen fließen als auch in zusätzliche Betriebe zur Herstellung des Vorprodukts Silizium-Wafer. Zudem investiert Ersol in so genannte Dünnschichtmodule für die Solarenergie-Erzeugung. Diese Technologie hat einen deutlich geringeren Bedarf an dem knappen Rohstoff Silizium.

„Mindestens 200 neue Arbeitsplätze werden entstehen“, kündigte Beneking an. Firmenkäufe seien derzeit nicht geplant. Insgesamt werde Ersol bis 2008 jährlich Solarzellen und Dünnschichtmodule mit einer Maximalleistung von 220 Megawatt herstellen können. Bislang war das Unternehmen lediglich von der Hälfte ausgegangen. Für 2010 peilt Ersol eine Leistung von bis zu 1000 Megawatt an.

„Optimal wäre es, wenn wir schon 2008 zu den Top Ten aufrücken“, sagte Beneking. Allerdings rechnen auch die Ersol-Wettbewerber mit starken Wachstumsraten. Dazu gehören neben den deutschen Anbietern Solarworld, Q-Cells und Sunways auch die Branchenriesen Sharp und BP. Für den Weltmarkt rechnen Branchenexperten mit einer Verfünffachung der Produktion bis 2010, Hauptmärkte sind Deutschland, Japan und die USA.

Wegen der erhöhten Kapazität und einer gesicherten Rohstoffversorgung erwartet Ersol für das laufende Jahr nun ein Ergebnis vor Steuern und ein operatives Ergebnis von jeweils 25 bis 30 Mill. Euro. Bislang war Ersol von lediglich 20 Mill. Euro ausgegangen. Das Umsatzziel für 2006 hob Ersol auf 120 bis 125 Mill. von 100 Mill. Euro an. Die Aktionäre will die Firma frühestens am Unternehmensgewinn des Jahres 2008 mit einer Dividendenzahlung beteiligen. Zur angestrebten Steigerung der Ertragskraft soll technologischer Fortschritt beitragen. Künftige Sollarzellen-Generationen sollen mit einem geringeren Verbrauch des teuren Siliziums effizienter Strom produzieren. Für 2006 plant Ersol mit einer deutlich verbesserten operativen Umsatzrendite von über 20 nach zuletzt 15 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen den Umsatz um drei Viertel auf 64 Mill. Euro gesteigert und den Nettogewinn auf sechs Mill. Euro verdreifacht.

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