Industrie

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Solarzellenhersteller: Insolvenzverfahren über Sunways eröffnet

Für Sunways tickt die Uhr nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens immer lauter: Nur drei Monate bleiben dem Solarzellenhersteller noch, um eine Lösung für die Zukunft zu finden – oder um endgültig aufzugeben.

Qualitätskontrolle bei Sunways: Die Billigkonkurrenz aus Asien ist zu groß. Quelle: dpa
Qualitätskontrolle bei Sunways: Die Billigkonkurrenz aus Asien ist zu groß. Quelle: dpa

KonstanzDas Amtsgericht Konstanz hat am Dienstag ein Insolvenzverfahren über die angeschlagene Solarfirma Sunways eröffnet. Antragstellerin ist nach Angaben des Gerichts die Baden-Württembergische Bank (BW-Bank) als Gläubigerin von Sunways.

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Laut Unternehmensangaben läuft das Verfahren über das Vermögen der Sunways AG mit Sitz in Konstanz sowie ihrer hundertprozentigen Tochtergesellschaft, der Sunways Production GmbH mit Sitz im thüringischen Arnstadt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Thorsten Schleich bestellt. Er habe nun drei Monate Zeit, um über die Zukunft von Sunways zu entscheiden.

Die BW-Bank zählt zu jenen Banken, die Sunways vor wenigen Wochen Kredite über insgesamt 6,6 Millionen Euro gekündigt hatten. Damals zeigte man sich in Konstanz noch zuversichtlich und wollte weiter mit den Banken über die Rückzahlung der Kredite verhandeln. „Wir müssen schauen, wie wir aus der Situation rauskommen“, hatte ein Sprecher des Unternehmens gesagt. Am Dienstagabend erklärte er, der von der BW-Bank gestellte Insolvenzantrag habe das Unternehmen überrascht.

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

  • Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

    Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

    Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

  • Platz 8: Sun Power (USA)

    Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

  • Platz 7: Jinko Solar (China)

    Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

  • Platz 6: Sharp (Japan)

    Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

  • Platz 5: Suntech (China)

    Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

  • Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

    Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

  • Platz 3: Trina Solar (China)

    Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

  • Platz 2: First Solar (USA)

    Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

  • Platz 1: Yingli Solar (China)

    Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

Dem Unternehmen macht - wie vielen Betrieben in der kriselnden Photovoltaikbranche - vor allem der Preiswettbewerb durch Billigkonkurrenz aus Asien schwer zu schaffen. Das Betriebsergebnis (Ebit) hatte Ende September bei minus 24,5 Millionen Euro (2011: minus 21,6 Mio Euro) gelegen. Nach der Kredit-Kündigung hatte Sunways die für Ende April geplante Veröffentlichung des Jahresabschlusses auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Ende vergangenen Jahres beschäftigte der Konzern 265 Mitarbeiter.

Sunways-Hauptaktionär ist die chinesische LDK Solar. Ob sie für das Unternehmen einspringen werde, war zunächst unklar. Von LDK kommen auch Hoong Khoeng Cheong und Steve Huiyuan Zha, die der Aufsichtsrat erst im März zum Vorstandsvorsitzenden beziehungsweise zum Vorstandsmitglied und Vice President of Finance berufen hatte.

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