Somalische Piraten
Experten: Tanker-Kaperungen werden Energiepreise erhöhen

Verbrauchern drohen wegen des gestiegenen Risikos von Piraten-Übergriffen auf Tankschiffe vor der afrikanischen Küste nach Einschätzung von Experten höhere Energiepreise.

HB LONDON. Kämen Schifffahrtsunternehmen zur Ansicht, dass Routen durch den Golf von Aden zu riskant sind und wählten deswegen Umwege, werde dies zu steigenden Kosten für die Mineralölbranche führen, sagte Roger Middleton, Afrika-Experte bei der angesehen britischen Denkfabrik „Chatham House“. Letztlich werde jemand für die gestiegen Kosten aufkommen müssen - und dies werde aller Voraussicht nach die Verbraucher in Europa und Nordamerika treffen.

Würden Tanker künftig nicht mehr den Golf von Aden und den Suez-Kanal östlich von Afrika nutzen, sondern den Umweg über die afrikanische Südküste wählen, werde dies die Frachtdauer für Öl- und Gaslieferungen um drei Wochen verlängern, sagte Middleton. Dies führe zu höheren Treibstoffkosten bei den Transporten, die letztlich dem Verbraucher aufgebürdet würden. Die Route durch den Golf von Aden, das Rote Meer, den Suez Kanal und das Mittelmeer bringt den Frachtern erhebliche Zeitersparnis bei Transporten nach Europa und Amerika.

Zusätzlich zu den höheren Transportkosten würden Verbraucher nach Einschätzung des für Piraterie zuständigen International Maritime Bureau (IMB) auch durch gestiegene Versicherungsprämien für die Tankschiffe belastet. Die von Somalia ausgehenden Piratenattacken auf Frachtschiffe hätten die Prämien bereits in die Höhe getrieben, sagte IMB-Chef Cyrus Mody. Die Regierungen betroffener Länder sollten deshalb mehr Geld für die Überwachung der Schifffahrtswege zur Verfügung stellen. Zwei Schifffahrtsgesellschaften hätten bereits angekündigt, dass sie den Golf von Aden meiden wollen, bis die Situation unter Kontrolle sei, sagte Mody.

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