Sommerloch blieb aus
BASF verzeichnet Gewinnsprung

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat nach einem Umsatz- und Gewinnsprung im dritten Quartal 2004 seine positiven Erwartungen für das Gesamtjahr bekräftigt.

HB LUDWIGSHAFEN. Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat dank Preiserhöhungen und einer wirtschaftlichen Belebung das umsatzstärkste dritte Quartal seiner Geschichte erlebt und einen Gewinnsprung verbucht. Die Konzernerlöse stiegen von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20,3 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro, wie die BASF AG am Donnerstag in Ludwigshafen mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um 156,1 Prozent auf 958 Millionen Euro zu, der Gewinn stieg um fast das Dreifache auf 337 Millionen Euro.

Vor dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz erlitt die BASF unterdessen eine Niederlage im Streit um eine 2003 beschlossene Gesetzesänderung, die es verbietet, alte Gewinnrücklagen bis Ende 2005 steuermindernd auszuschütten. Laut Gericht war es die erste Entscheidung zu dem so genannten Körperschaftsteuermoratorium, mit dem der Bund die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer stabilisieren will. Die BASF bestätigte Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagausgabe), wonach sie das Moratorium für verfassungswidrig hält und weiter juristisch dagegen vorgehen will. Nur das Bundesverfassungsgericht könne die Regelung aufheben. Das Finanzgericht hatte den Antrag der BASF auf vorläufigen Rechtsschutz mit der Begründung abgewiesen, das Moratorium sei nicht als verfassungsrechtlich unzulässiger Zwangskredit zu beurteilen (Az.: 4 V 2535/03).

„Die wirtschaftliche Belebung hat sich in den vergangenen Monaten fortgesetzt“, sagte BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht. Das dritte Quartal sei aber auch deshalb besser als das Vorjahresquartal ausgefallen, weil dies damals „ganz schlecht“ gewesen sei. Er bekräftigte die Erwartung, dass im Gesamtjahr 2004 Umsatz (2003: 33,4 Mrd Euro) und das Ebit vor Sondereinflüssen (2003: 2,99 Mrd Euro) „deutlich“ steigen könnten. Der Oktober sei „sehr ordentlich gelaufen“. Zugleich mahnte er zur Vorsicht. „Auch wenn 2004 für die BASF ein sehr gutes Jahr werden könnte, müssen wir die Warnsignale für die künftige Entwicklung im Auge behalten.“ Als Beispiele nannte er den anhaltend hohen Ölpreis und den gedämpften Konsum.

Bei den Erwartungen für 2005 zeigte sich Hambrecht zurückhaltend. Zudem kündigte er die Fortsetzung der Kostensenkungsprogramme an. Zur Mitarbeiterzahl sagte er, sie werde in Deutschland eher sinken als steigen. Im dritten Quartal zählte die BASF 84 784 Mitarbeiter, 3,7 Prozent weniger als zum Stichtag des Vorjahres.

Insgesamt legte der BASF-Umsatz in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 11,5 Prozent auf 27,6 Milliarden Euro zu. Das Ebit wuchs um 52 Prozent auf 3,17 Milliarden Euro, der Gewinn gar um 96,3 Prozent auf 1,48 Milliarden Euro. Als Grund für die Zuwächse im dritten Quartal nannte Hambrecht auch die hohe Nachfrage. Die BASF habe in allen Regionen beim Umsatz zugelegt. Bei den Sparten erzielten die Chemikalien das stärkste Umsatzplus: Die Erlöse stiegen um 32,5 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Der Umsatz bei Pflanzenschutz und Ernährung ging um 1,8 Prozent auf 1,03 Milliarden zurück.

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