Sonderaufwendungen schmälern Ergebnis
Pharmakonzern Wyeth mit weniger Gewinn

Angesichts hoher Sonderaufwendungen und rückläufiger Umsätze mit Hormonersatz-Präparatenhat der US-Pharmakonzern Wyeth deutlich weniger verdient als vor einem Jahr. Die Gewinnzahlen verfehlten die Markterwartungen und auch die Ergebnisprognosen für 2004 lagen unter den Durchschnittsschätzungen der Wall-Street-Experten.

HB NEW YORK. Der weltweit zehntgrößte Arzneimittelhersteller teilte am Donnerstag vor US-Börsenbeginn mit, im vierten Quartal 2003 einen Gewinn von 335 Millionen Dollar erwirtschaftet zu haben nach 1,57 Milliarden Dollar vor Jahresfrist. Im Vorjahr war der Gewinn im Schlussquartal noch durch den Verkauf von Anteilen an der US-Biotechfirma Amgen angekurbelt worden. Ausgenommen Sonderposten in den Vergleichsquartalen verdiente das in Madison im US-Bundesstaat New Jersey ansässige Unternehmen einen Gewinn je Aktie von 60 Cent nach 65 Cent ein Jahr zuvor. Analysten hatten auf dieser Basis aber im Schnitt 65 Cent je Aktie erwartet.

Die Wyeth-Aktie notierte im frühen Handel an der US-Börse mit 41,63 Dollar mehr als sechs Prozent unter dem Vortagesschluss.

Für 2004 erwarte Wyeth nun einen Gewinn je Aktie von 2,60 bis 2,70 Dollar je Aktie, teilte das Unternehmen mit. Analysten rechneten aber zuletzt im Schnitt mit 2,75 Dollar für dieses Jahr. Beim Umsatz gehen die Amerikaner nach eigenen Angaben von einem sechs bis neunprozentigen Zuwachs aus, nach einem Anstieg von acht Prozent im Jahr 2003.

Im Schlussquartal des vergangenen Jahres verzeichnete der Pharmakonzern mit seinen verschreibungspflichtigen Arzneimitteln einen Umsatzanstieg von 14 Prozent. Höhere Verkaufszahlen bei den Top-Medikamenten Effexor XR gegen Depressionen, Protonix gegen Magenerkrankungen und Enbrel gegen Arthritis hätten geholfen, Umsatzeinbußen der Hormonersatz-Präparate Prempro und Premarin auszugleichen. Wyeth ist der US-Partner für das umsatzstarke Magenmittel Pantoprazol des Bad Homburger Pharma- und Spezialchemiekonzerns Altana. Das Mittel wird von Wyeth in den USA unter dem Namen „Protonix“ verkauft. Der Protonix-Umsatz von Wyeth legte im Quartal um 45 Prozent auf gut 416 Millionen Dollar zu. Für 2004 erwartet Wyeth nun aber bei dem Medikament einen moderateren Umsatzanstieg von 20 Prozent nach 39,5 Prozent im vergangenen Jahr.

Der Konzern verbuchte im vierten Quartal insgesamt Sonderaufwendungen von 640 Millionen Dollar für Restrukturierungen der Produktionsprozesse, sowie für Abschreibungen und Schuldendienst. Belastet wurden die Ergebnisse auch durch einen Umsatzeinbruch von zusammen 25 Prozent auf 250 Millionen Dollar bei den Hormonersatz-Mitteln Prempro und Premarin.

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