Sonderbotschafter der britischen Wirtschaft: Seine Hoheit geruht zu werben

Sonderbotschafter der britischen Wirtschaft
Seine Hoheit geruht zu werben

Prinz Andrew macht Düsseldorf seine Aufwartung – in seiner neuesten Rolle: Als Sonderbotschafter der britischen Wirtschaft. Gemeinsam mit anderen Experten wirbt er für mehr Kooperationen zwischen Unternehmen beider Länder. Die Ideale Besetzung für diese Aufgabe ist er allerdings nicht.

DÜSSELDORF. Seine Königliche Hoheit hat offenbar in der Nacht von Montag auf Dienstag nicht genug Schlaf bekommen. Bereits um zehn Uhr morgens zeigt er erste Anzeichen von Müdigkeit. Die Augen verengen sich zu schmalen Schlitzen, dann lässt der Mann die Lider fallen, ein, zwei Sekunden lang, öffnet sie, lässt sie fallen, öffnet sie erneut. Energisch rappelt er sich in seinem Stuhl auf, reibt sich die Mattigkeit aus dem Gesicht und versucht sich wieder auf die Rede zu konzentrieren, die gerade ein britischer Hochschulrektor hält – bis die Lider seiner Hoheit erneut für ein paar Sekunden zufallen und eine Mappe mit Unterlagen, die auf seinem Schoß lag, polternd auf den Boden fällt.

Andrew Albert Christian Edward Mountbatten-Windsor, Duke of York, genannt Prinz Andrew oder wegen seiner Vorliebe für Hubschrauber-Flüge auch „Airmiles Andy“, macht Düsseldorf seine Aufwartung – in seiner neuesten Rolle: Als Sonderbotschafter der britischen Wirtschaft besucht er eine Konferenz der UK Trade & Investment. Gemeinsam mit anderen Experten wirbt er für mehr Kooperationen zwischen Unternehmen beider Länder. „Britischer Pragmatismus und Kreativität sowie deutsche Präzision und hohe Umsetzungskraft ergeben eine Erfolg versprechende Kombination“, sagt der Prinz, ein kräftiger Mann, dem man seine knapp 20 Jahre bei der Marine bis heute ansieht. Und weiter: „Gemeinsam können wir unseren Wunsch nach Innovationen voranbringen.“

Ungewöhnliche Töne von einem Mann, der in seinem Leben eher mit Liebesaffären für Schlagzeilen sorgte oder mit teuren Reisen zu den besten Golfplätzen der Welt als mit Wirtschaftskompetenz. Ausgerechnet dieser Mann ist seit sechs Jahren Repräsentant der britischen Handels- und Investitionsförderung, nachdem er seine Militärkarriere aufgab. Und jetzt wirbt er auch noch dafür, dass mehr deutsche Unternehmen in dem Land forschen lassen, das wie kein anderes seine Vorurteile gegen alles Deutsche pflegt.

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