Sondereffekt
Porsche Holding nur knapp in der Gewinnzone

Der Volkswagenkonzern und Porsche haben 2011 glänzend verdient. Doch eine Neubewertung von Kauf- und Verkaufsoptionen hat den milliardenschweren Gewinn des Haupteigners, der Porsche Holding, weitgehend aufgezehrt.
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StuttgartDie Porsche Holding hat sich trotz milliardenschwerer Gewinne durch ihre Beteiligungen an VW und der Porsche AG im vergangenen Jahr nur knapp in der Gewinnzone gehalten. Der Konzerngewinn nach Steuern habe 2011 bei 59 Millionen Euro gelegen, teilte die Holding in Stuttgart mit. Sie ist mit gut der Hälfte der Stimmrechte maßgeblich an Europas größtem Autobauer VW und ebenfalls mit gut 50 Prozent am Sportwagenbauer Porsche beteiligt.

Aufgezehrt wurden die Überschüsse beider Beteiligungen in Höhe von zusammen 4,66 Milliarden Euro von einer Neubewertung der im Jahr 2009 mit VW vereinbarten Kauf- und Verkaufsoptionen für rund die Hälfte des Porsche Fahrzeuggeschäfts. Der negative Effekt aus der Neubewertung schlug 2011 bei der Porsche Holding mit 4,37 Milliarden Euro zu Buche. VW hatte dies hingegen milliardenschwere Gewinne eingebracht.

Hintergrund ist das Scheitern der ursprünglich geplanten Fusion mit VW im vergangenen Jahr. Die Verschmelzung war lange das Ziel gewesen, nachdem die Porsche SE 2009 spektakulär damit gescheitert war, den Autoriesen aus Wolfsburg zu übernehmen. Bei den damaligen Kursturbulenzen verloren Investoren viel Geld. In der Folge hagelte es Anlegerklagen. Wegen der damit verbundenen finanziellen Risiken wurde die Fusion abgeblasen. Beide Unternehmen suchen derzeit nach Alternativen, wie sie möglichst schnell zusammenfinden können.

Für die Porsche SE ist dieser Zustand belastend. Als Konsequenz aus dem Übernahmedebakel halten die Schwaben zwar hauchdünn die Mehrheit der VW-Stammaktien, waren aber nach ihren Finanzgeschäften für den riskanten Griff nach der Macht damals derart angeschlagen, dass sie den Wolfsburger Konzern als Retter akzeptieren mussten.

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