Sonderkonjunktur zum Jahresende: Autoabsatz massiv eingebrochen

Sonderkonjunktur zum Jahresende
Autoabsatz massiv eingebrochen

Die Autobauer bekommen die Nachwehen der Mehrwertsteuererhöhung mit aller Wucht zu spüren. Nach Daten der ausländischen Hersteller ist der Automobilabsatz in Deutschland im Februar um bis zu 20 Prozent zurückgegangen.

HB FRANKFURT. Wegen einer Umstellung bei der Berechnung der Verkaufszahlen werde das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Freitag wohl sogar ein Minus von 25 Prozent ausweisen, sagte der Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), Volker Lange, am Mittwoch in Frankfurt. Auf vergleichbarer Basis gehe er von einem Minus von knapp unter 20 Prozent aus.

Nach zwei Monaten würde der Pkw-Absatz in Deutschland damit um einen zweistelligen Prozentsatz hinter dem Vorjahresniveau hinterherhinken. Im Januar waren die Neuzulassungen schon um 10,5 Prozent geschrumpft. In einer Analystenstudie der Investmentbank Dresdner Kleinwort hieß es, Verlierer seien vor allem BMW, VW sowie französische Marken.

Die in Deutschland vertretenen ausländischen Autobauer, die im VDIK zusammengeschlossen sind, erwarten frühestens im zweiten Quartal eine Trendwende. „Es ist nichts davon zu spüren, dass die Autokonjunktur anzuspringen scheint“, sagte Verbandschef Lange. Bis zum Jahresende sollte der Absatz aber aufholen. Der VDIK erwarte nur einen leichten Rückgang auf 3,4 Mill. neu zugelassene Autos. 2006 waren es 3,47 Millionen, nachdem viele private Autokäufer sich die höhere Mehrwertsteuer sparen wollten und vor dem Jahresende zugriffen.

Für die ausländischen Marken hofft Lange auf einen zumindest stabilen Marktanteil, der 2006 bei 36 Prozent lag. Helfen könnte ihnen die Debatte um die Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes. Von den neu zugelassenen Autos, die den bisher angepeilten Grenzwert von 140 Gramm pro Kilometer bereits erfüllten, stammten 56,5 Prozent von ausländischen Herstellern, unter denen Kleinwagenhersteller überproportional vertreten sind.

Nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts B&D Forecast, das selbst für Februar nur ein Minus von zehn Prozent erwartet, dürften erneut kaum Privatkunden neue Autos zugelassen haben. Im Januar hatte ihr Anteil bei nur 35 Prozent gelegen. Zwei Drittel der Verkäufe entfielen auf den gewerblichen Bereich. Dazu werden auch Tageszulassungen gezählt, mit denen Händler ihren Absatz ankurbeln. „Das dürfte auch im Februar so gewesen sein“, sagte B&D-Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer.

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