Sonderkosten belasteten: Spezialchemiekonzern Ciba leidet unter hohen Rohstoffkosten

Sonderkosten belasteten
Spezialchemiekonzern Ciba leidet unter hohen Rohstoffkosten

Sonderbelastungen, anhaltend hohe Rohstoffpreise und die Dollarschwäche haben das Jahresergebnis 2004 des Schweizer Spezialchemiekonzerns Ciba gedrückt.

HB ZÜRICH. So wies der Konzern nach eigenen Angaben vom Dienstag zwar einen im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent gestiegenen Gewinn auf 379 (Vorjahr 344) Millionen Schweizer Franken aus. Unter Einbeziehung der Restrukturierungs- und Sonderbelastungen fiel der Gewinn jedoch auf 311 Millionen Schweizer Franken. Ähnlich beim Umsatzzuwachs von sechs Prozent auf 7027 (6646) Millionen Schweizer Franken: Ohne Akquisitionen weist Ciba 2004 ein Nullwachstum aus. Den Posten Restrukturierungs- und Sonderbelastungen 2004 beziffert Ciba mit 91 Millionen Schweizer Franken. Im frühen Handel brachen die Ciba-Aktien an einer wenig veränderten Börse um über sieben Prozent ein.

Ciba stellt für das laufende Jahr einen besseres Ergebnis in Aussicht - unter den Voraussetzungen, dass sich das Geschäftsumfeld und die Wechselkurse nicht verschlechtern. So sollen der Umsatz in Lokalwährungen sowie der Betriebsgewinn EBITDA und, auf vergleichbarer Basis, der Reingewinn in Franken über dem Vorjahresniveau liegen. Der freie Cash Flow solle zwischen 250 und 350 Millionen Schweizer Franken liegen, so Ciba. 2005 sollte ein „vernünftiges“ Jahr für den Basler Konzern werden, so Cibas Finanzchef Michael Jacobi der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Börse gab sich pessimistischer. Die Ciba-Zahlen würden schwach erscheinen, wobei die Restrukturierungskosten höher und der Cash Flow niedriger seien als erwartet, so ein Händler. Der Ausblick sei enttäuschend. Sarasin-Analyst Bernd Pomrehn sagte, das Unternehmen habe strukturelle Probleme. Gemessen am Umsatz entstehe ein zu hoher Anteil der Kosten in Schweizer Franken und Britischen Pfund, und es gebe keine Zeichen einer Verbesserung. Weit mehr als die Hälfte des Ciba-Umsatzes entfallen auf Nord- und Südamerika sowie die Region Asien-Pazifik. Dem pflichtet Jacobi bei, indem er sagte, dass die Kostenblöcke in Dollarregionen wandern müssten. Um diese Ziel zu erreichen, wolle Ciba in Indien und China expandieren.

Restrukturierung angelaufen

Das im Oktober 2004 eingeleitete Restrukturierungsprojekt „Shape“ ist nach Ciba-Angaben erfolgreich gestartet. Da Projekt solle nach der vollständigen Implementierung ab 2007 jährlich Kostenersparnisse von 90 Millionen CHF generieren. Im vierten Quartal wurden Restrukturierungskosten von 80 Millionen Schweizer Franken verbucht (57 Millionen Schweizer Franken nach Steuern). Das Programm habe zum Ziel, den Umzug des Textilgeschäfts nach Asien zu unterstützen sowie die Integration der vom Raisio-Konzern erworbene Papierchemikaliensparte zu fördern. „Wir sind noch nicht am Ziel, aber haben die richtigen Massnahmen ergriffen, um dahin zu gelangen“, wird Ciba-Chef Armin Meyer in einer Mitteilung zitiert.

Preisverfall offenbar gestoppt

Im Jahresverlauf hat Ciba zufolge der Preisverfall nachgelassen und ist im vierten Quartal nahezu zum Stillstand gekommen. Die Rohstoffkosten seien für das Gesamtjahr auf der Höhe des Vorjahres geblieben, begannen aber nach einem Rückgang im ersten Halbjahr in der zweiten Jahreshälfte anzusteigen. In der zweiten Jahreshälfte konnten den Angaben zufolge selektive Preiserhöhungen in allen Segmenten durchgesetzt werden, womit insbesondere die Preise in der zweiten Jahreshälfte stabilisiert werden konnten. Die Kapazitätsauslastung lag über dem Stand von 2003. Die üblichen Produktionspausen für Unterhaltsarbeiten insbesondere gegen Jahresende führten zu tieferen Auslastungen im vierten Quartal.

Im vierten Quartal kletterte der Gewinn nach Ciba-Angaben um acht Prozent auf 46 Millionen Schweizer Franken, während der Umsatz um neun Prozent auf 1766 Millionen Schweizer Franken zunahm. „Die Situation im ersten Quartal 2005 wird sich sehr von dem, was wir 2004 gesehen haben, unterscheiden“, sagte Jacobi. Ciba will für 2004 wie im Vorjahr drei Schweizer Franken pro Aktie an die Aktionäre zurückfliessen lassen. Dabei solle der Aktiennennwert von drei auf ein Schweizer Franken reduziert und eine Dividende von einem Schweizer Franken ausgezahlt werden. Von Reuters im Vorfeld befragte Analysten hatten im Schnitt mit 358 Millionen Schweizer Franken Gewinn und einem Umsatz in Höhe von rund 7064 Millionen Schweizer Franken gerechnet. Beim Ebitda (operatives Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) wurden rund 1063 Millionen Schweizer Franken erwartet.

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