
DÜSSELDORF/CANBERRA. Erste Unternehmen haben bereits Investitionen auf Eis gelegt. Auch politisch schlägt die Steuer hohe Wellen.
Der Gründer und Vorsitzende von Fortescue Metals, Andrew Forrest, verglich die Maßnahme mit einer „Nationalisierung“ der Bergbauindustrie, so wie man es von „despotischen Regimes“ kenne. Forrest, der drittreichste Australier, ist nur einer von vielen hochrangigen Vertretern der australischen Rohstoffindustrie, die sich in den letzten Tagen einer Kampagne gegen die Steuer angeschlossen haben.
In Fernseh-Spots und in großflächigen Zeitungsanzeigen warnen die Chefs verschiedener Unternehmen vor einem wirtschaftlichen Chaos, wenn Canberra seine Pläne für die Einführung der Steuer nicht ändere. „Investoren werden das Land verlassen“, lautet der Tenor einer Anzeige. Australien ist einer der führenden Rohstoffproduzenten der Welt und der größte Kohle-Exporteur.
Premierminister Kevin Rudd hatte vor einer Woche ab 2012 eine 40-prozentige Steuer auf Gewinne von Bergbaufirmen angekündigt. Das Geld solle in die Rentenversorgung und den Bau von Infrastruktur fließen. Die Abgabe soll aber erst nach Abzug verschiedener Kosten erhoben werden. Zudem ist vorgesehen, dass die bisherigen Lizenzabgaben an die australischen Bundesstaaten schrumpfen werden. Die Regierung erhofft sich dennoch Einnahmen in Höhe von neun Mrd. australischen Dollar (6,3 Mrd. Euro) im Jahr.
Rudd reagiert mit der Steuer auf den Vorwurf, die seit Jahren von einer historisch hohen Nachfrage nach Rohstoffen profitierenden Firmen würden zu wenig zum Allgemeinwohl beitragen. „Die Rohstoffe sind Eigentum von uns allen“, so Rudd. Trotz Gewinnen im Gesamtwert von Dutzenden Milliarden Dollar habe die Industrie im letzten Jahr nur 7,6 Mrd. australische Dollar (5,3 Mrd. Euro) an den Fiskus abgeliefert. Der Dachverband der Bergbauindustrie beziffert die Abgaben indes auf 22 Mrd. australische Dollar.
Dem Verband zufolge sind in Australien Rohstoffprojekte im Umfang von Hunderten von Milliarden Dollar gefährdet. Einige Fachleute warnen zwar vor einer Hysterie, doch legen erste Unternehmen Projekte auf Eis. So will der Rohstoffkonzern Xstrata die Mittel für sein Kupferprojekt in Nord-Queensland wegen der Steuer einfrieren. Nach eigenen Angaben wollte Xstrata dort in den nächsten drei Jahren insgesamt 30 Mio. australische Dollar investieren.
Der US-Kohlekonzern Peabody Energy hat gestern sein Übernahmegebot für den australischen Kohlekonzern Macarthur Coal verringert und begründet dies unter anderem mit der geplanten Steuer. Zuletzt hatte Peabody 16 australische Dollar pro Aktie geboten. Dies entsprach einer Offerte von rund 3,8 Mrd. US-Dollar in bar. Nun hat der größte börsennotierte Kohlekonzern sein Angebot auf 15 australische Dollar, also auf 3,4 Mrd. US-Dollar, verringert.
Die besteuerung ist kein Ausweg. Wenn die zusätzliche besteuerung von Rohstoffquellen, wie nunmehr in Austalien geplant, Schule macht, dürfen wir uns über explodierende Preise in Europa nicht wundern. Dem privaten Aktionär sollten nicht mehr Steine in den Weg gelegt werden. Die Aktie soll eine attraktive Anlge bleiben, und sie bleibt es nicht, wenn Steuren Handeslhemnisse aufbauen, deren Abbau allen langfristig zugute kommen. Der Strom kommt nicht einfach nur aus der Steckdose!!!
Eine hervorragende Steuer. Warum den Aktionären die Gewinne in den Rachen werfen, die auch in Australien an Steuergelder fehlen.
Die Rohstoffe gehören dem Land, nicht den Aktionären.
Mich wundert es daß Australien nicht als kommunistisch verschrieen wird. Auch das kann Marktwirtschaft sein.
in der Phase des Eurokollapses in Europa doch auch bei uns ein Weg!!
Oder glaubt irgendjemand, das deshalb keine Rohstoffe mehr gefördert werden???
2 Kommentare
Alle Kommentare lesen