Sonnenkraft
Abu Dhabi baut Solarfabrik in Erfurt

Die Ölscheichs setzen auf Sonne - und das erst einmal in Thüringen. In Ichtershausen bei Erfurt wird das Golf-Emirat Abu Dhabi für 150 Millionen Euro eine Solarfabrik bauen. Das Werk dient als Pilotanlage für weiter Fabriken. Und für Masdar City, die ersten Stadt, die ausschließlich erneuerbare Energien nutzen wird.

DÜSSELDORF. Das Golf-Emirat Abu Dhabi lässt in Deutschland eine Solarfabrik bauen. Am Mittwoch war der Spatenstich für die Investition im Volumen von 150 Mill. Euro. In Ichtershausen bei Erfurt entsteht ein Werk für Photovoltaik-Module in der zukunftsträchtigen Dünnschichttechnik, das im dritten Quartal 2009 mit einer jährlichen Kapazität von 70 Megawatt und 180 Arbeitsplätzen den Betrieb aufnehmen soll. Auf den Anlagen, die der Weltmarktführer in dieser Technologie, Applied Materials, geliefert hat, sollen sehr große Module mit über fünf Quadratmetern Fläche entstehen. Die Anlage geht zunächst nur mit einer Fertigungslinie in Betrieb, kann aber nach Auskunft von Rainer Gegenwart, Chef der Photovoltaik-Sparte von Masdar, auf vier Linien mit einem Volumen von 280 Megawatt ausgebaut werden.

Investor ist das staatlich kontrollierte Unternehmen Masdar Abu Dhabi Future Energy Company. Über Masdar will Abu Dhabi groß in die Technologie der erneuerbaren Energien einsteigen. Dafür hat der Wüstenstaat 15 Mrd. Dollar bereitgestellt. Die Anlage bei Erfurt dient als Pilotanlage für weitere Werke für Solarmodule von Masdar. Im dritten Quartal 2010 soll eine Produktionslinie in Abu Dhabi mit einer Kapazität von 140 Megawatt pro Jahr anlaufen. "Die Fabrik bei Erfurt ist dafür Modell. Große Teile des Managements werden dorthin wechseln", sagte Gegenwart. Die Module sind zum großen Teil bereits langfristig am Weltmarkt verkauft, dienen aber auch dem Eigenbedarf von Masdar.

Denn im Emirat entsteht Masdar City, die erste fahrzeugfreie Stadt, die ausschließlich auf erneuerbare Energien setzt und abfallfrei funktionieren soll. Die auf 50 000 Einwohner konzipierte Stadt soll Standort für internationale Unternehmen besonders aus dem Bereich der erneuerbaren Energien werden.

Das Unternehmen Masdar will bis zum Jahr 2014 die Produktion von Solarmodulen auf eine Kapazität von einem Gigawatt ausweiten. Dafür kommen nach Angaben von Gegenwart auch weitere Werke in den USA oder Asien in Betracht. Daneben investiert Masdar auch in Werke für Solarmodule in herkömmlicher Siliziumtechnik und in Solarkraftwerke.

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