Sonst droht „Machtverschiebung“
Novartis-Chef lehnt Gehaltskontrollen von Managern ab

Der Chef des Schweizer Pharmakonzerns Novartis Daniel Vasella warnt mit Blick auf entsprechende Bestrebungen in Deutschland die Politik davor, direkt Einfluss auf die Gehälter von Managern zu nehmen.

BASEL. "Die Festlegung der Bezahlung ist in einem Vertrag zwischen zwei privaten Parteien geregelt. Da hat die Politik bei Gott nichts verloren", sagte Vasella, der laut dem am Mittwoch vorgelegten Geschäftsbericht des Konzerns mit umgerechnet 10,6 Mill. Euro zu den Spitzenverdienern in der Schweiz zählt.

Wenn jemand das Recht habe, über die Gehälter zu befinden, dann allenfalls die Aktionäre. Vasella warnte allerdings auch hier vor voreiligen Entscheidungen. Bisher bestimme der Verwaltungsrat die Höhe der Vergütungen. Wenn dieses wichtige Recht auf die Aktionäre überginge, bedeute das eine grundsätzliche "Machtverschiebung" mit allen Konsequenzen: Etwa dass sich mehr Firmen überlegen, sich von der Börse zurückzuziehen oder sich anderweitig zu finanzieren. "Wenn ich die Regeln der guten Unternehmensführung befolge ist das zwar wichtig, aber ich habe dann damit noch keinen Pfennig Geld verdient", sagte Vasella dem Handelsblatt.

Im Verwaltungsrat von Novartis sitzen auch andere deutsche Manager. Unter ihnen beispielsweise Ulrich Lehner von Henkel, der als Vizepräsident im Novartis -Gremium im vergangenen Jahr rund 650 000 Euro verdiente. Porsche -Chef Wendelin Wiedeking kommt als normales Verwaltungsratsmitglied immerhin noch auf rund 230 000 Euro.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
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