Sony
Japans Elektroriese fürchtet Verlust

Der Elektronikkonzern Sony steckt weiter in den roten Zahlen fest. Allerdings ist der Verlust geringer ausgefallen als Analysten erwartet hatten. Dennoch weist Sony jetzt seit vier Quartalen Verluste aus. Doch in Tokio kommt Zuversicht auf.
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HB TOKIO. Der japanische Elektronikriese Sony rechnet für das laufende Geschäftsjahr dank Kostensenkungen mit einem geringeren Verlust als bislang gedacht. Wie der Hersteller der Playstation 3 am Freitag bekanntgab, dürfte zum Bilanzstichtag 31. März 2010 unter dem Strich ein Fehlbetrag von nur noch 95 Milliarden Yen (708 Millionen Euro) anfallen.

Bisher war Sony von 120 Milliarden Yen Verlust ausgegangen. Sony-Chef Howard Stringer hatte ein umfangreiches Paket zur Neuorganisation des Elektronik-Konzerns auf den Weg gebracht, dem auch rund 16 000 Arbeitsplätze und mehrere Fabriken zum Opfer fallen.

Die Umstrukturierung der Geschäftsstrukturen verlaufe nach Plan, sagte Sonys Finanzchef Nobuyuki Oneda. So soll der operative Verlust im Gesamtgeschäftsjahr mit 60 Milliarden Yen statt 110 Milliarden Yen nahezu um die Hälfte geringer ausfallen als bislang gedacht. Die von Stringer betriebenen Kostensenkungen würden demnach die Auswirkungen des festen Yen und schwacher Verkäufe bei Fernsehern und Kameras wettmachen. Im zweiten Geschäftsquartal verursachte vor allem der starke Yen einen operativen Verlust von 32,6 Milliarden Yen nach einem Gewinn im gleichen Vorjahreszeitraum von 11 Milliarden Yen. Der Umsatz verringerte sich um 19,8 Prozent auf rund 1,7 Billionen Yen.

In der Sparte für Verbraucherprodukte, die Sonys Fernseher, Kameras und Halbleiter herstellt, ließ der starke Yen den Betriebsgewinn drastisch um 86,7 Prozent auf 8,9 Milliarden Yen abschmelzen bei einem Umsatzrückgang um 36,5 Prozent. Im Geschäftsbereich Networked Products, wo auch Sonys Spielekonsole Playstation sowie Vaio Computer und der Walkman hergestellt werden, wurde im Berichtsquartal ein operativer Verlust von 58,8 Milliarden Yen verbucht nach einem Minus im Vorjahr von 40,6 Milliarden Yen.

Der Verkauf der Playstation 3 stieg allerdings um 33 Prozent auf 3,2 Millionen Geräte. Im gleichen Vorjahresquartal waren noch 2,4 Millionen Konsolen über den Ladentisch gegangen. Sonys Playstation 3 überholte im vergangenen Monat in den USA, dem größten Videospiele- Markt der Welt, sowie in Japan erstmals die Wii des heimischen Rivalen Nintendo, nachdem Sony zuvor die Preise gesenkt hatte. Nintendo hatte am Vortag seine Ertragsprognose für das laufende Jahr wegen des rückläufigen Absatzes seiner Wii-Konsole deutlich gesenkt.

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