Sony und Toyota steuern auf Gewinnrückgänge zu
Japans Exporteure voll getroffen

Der weltweite Konjunkturrückgang bringt Japans globale Konzerne ins Straucheln. Der Elektronikhersteller Sony musste seine Gewinnerwartung für das laufende Jahr auf rund die Hälfte kürzen - es ist bereits die zweite Korrektur in diesem Jahr. Auch Toyota hat Schwierigkeiten.

TOKIO. "Gründe sind die weltweite Wirtschaftsschwäche und ein Anstieg des Yen", sagte Sony-Vize Nobuyuki Oneda gestern in Tokio. Der Euro fiel auf Notierungen von 128 Yen - so wenig wie seit 2002 nicht mehr. Wenn der Yen mehr wert ist, sinkt der Gewinn im Auslandsgeschäft.

Zugleich gab die japanische Regierung bekannt, dass der Handelsüberschuss im Halbjahr bis September um 86 Prozent im Vergleich zu Vorjahr gesunken war. Das ist der tiefste Stand seit einem Vierteljahrhundert. "Exporte in die EU und nach Amerika tendieren weiter abwärts, während sich auch nun auch der Handel mit Asien abschwächte", sagte Kyohei Morita von Barclays Capital. Die Überraschung liege im Rückgang des Asien-Anteils, für den die Ökonomen bisher eine stabilere Entwicklung erwartet hatten.

Doch die größeren Probleme machen erst einmal die entwickelten Länder. Sony macht rund 22 Prozent Umsatz in den USA. "Japan ist und bleibt von Amerika abhängig", sagt Yutaka Harada, Chefökonom des Daiwa-Forschungsinstituts. Bis Jahresende erwarten Analysten ein weiter schwaches Geschäft. Für ein Unternehmen wie Sony ist die Weihnachtszeit besonders wichtig. Die Produkte des Konzerns wie Digitalkameras, Spielkonsolen, Computer, Bluray-Spieler oder Kaufvideos eignen sich besonders gut als Geschenk. Sony rechnet nun damit, dass die Verbraucher dieses Jahr wegen Sorgen um die Wirtschaftsentwicklung etwas sparsamer sein werden. "In Anbetracht des großen Einflusses der USA auf die japanischen Exporte erwarten wir, dass die Ausfuhren es noch für eine Weile an Stärke missen lassen werden", sagt Ökonom Yasuhiro Takahashi vom Wertpapierhaus Nomura. Auffällig sei die geographische Ausbreitung des Nachfragerückgangs, der längst auch die EU erfasst habe.

Fast noch schlimmer wirkte auf Sony jedoch die dramatische Aufwertung des Yen. Für jeden Anstieg gegen den Euro um einen Yen sinkt der Nettogewinn des Elektrokonzerns schätzungsweise um 55 Mill. Euro. Seit Sommer ist die japanische Währung um 41 Yen gefallen. Kein Wunder, dass Oneda seine Zuhörer gestern an ein komplett neues Zahlenwerk gewöhnen musste. Statt 3,7 Mrd. Euro (470 Mrd. Yen) Gewinn erwartet er nur noch 1,6 Mrd. Euro.

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