Sorgenkind Produktion
Gazprom verdoppelt Gewinn

Höhere Energiepreise sowie die Übernahme des Ölkonzerns Sibneft haben Gazprom im vergangenen Jahr einen doppelt so hohen Nettogewinn wie 2005 beschert. Sorgenkind des größten Gaskonzerns der Welt aber bleibt die Produktion – sie stagnierte.

MOSKAU. Unterm Strich hat Gazprom im vergangenen Jahr mit 636,46 Mrd. Rubel, umgerechnet 18,3 Mrd. Euro, verdient; im Jahr davor waren es 9,1 Mrd. Euro gewesen, teilte der staatlich kontrollierte Konzern am Donnerstagabend bei der Veröffentlichung seiner Bilanz nach internationaler Rechnungslegung in Moskau mit. Der Umsatz kletterte um 55,5 Prozent. Sorgenkind bleibt die Produktion – sie stagnierte.

„Das war das beste Jahr in der Gesichte des Unternehmens“, sagte James Beadle von Pilgrim Asset Management der Nachrichtenagentur Bloomberg. Dahinter stehe aber die Frage, ob der Konzern wirklich besser gewirtschaftet, oder nur von höheren Energiepreisen profitiert habe.

Gazprom hängt vollkommen vom Exportgeschäft ab da die Preise für Gas im Inland noch künstlich niedrig gehalten werden. Um den Exportverpflichtungen wie auch der Versorgung des heimischen Marktes nachkommen zu können, muss er Konzern, der nach seiner Marktkapitalisierung eines der wertvollsten Unternehmen der Welt ist, Erdgas zu günstigen Preisen aus Turkmenistan importieren, mit dem es langfristige Lieferverträge verbindet.

Die russische Regierung hat inzwischen aber grünes Licht für eine Reform des russischen Gasmarktes gegeben: In der Zukunft soll der Verkauf im Inland profitabler werden – die Preise für private Verbraucher, wie auch für Industriekunden dürften dann steigen.

Steven Darshevsky von Aton Capital erwartet, dass Gazprom den Erfolg des vergangenen Jahres auch in diesem Jahr wiederholen kann – vor allem wegen steigender inländischer Gaspreise. Vor wenigen Tagen hatte Gazprom-Vize Alexander Medwedew, der für das Exportgeschäft zuständig ist, angekündigt, das Management erwarte auch in diesem Jahr Rekordeinnahmen aus dem Gasgeschäft mit Europa. Gazprom ist dort für rund ein Viertel der Gaslieferungen verantwortlich. Die Kunden dort müssten mit einem ähnlich hohen Preis von rund 260 Dollar pro 1 000 Kubikmeter rechnen wie im vergangenen Jahr. Medwedew geht davon aus, dass Gazprom mit dem Europageschäft rund 38 Mrd. Dollar erzielen können wird.

Insgesamt dürften die Gewinn-Zuwächse allerdings geringer ausfallen, denn Gazprom müsse mit starken Kostensteigerungen rechnen, erwartet Analyst Darshevsky. „Die Frage wird, sein ob Gazprom dies bei nur mäßig steigenden Umsätzen ausgleichen kann“, sagt Darshevsky.

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