Später Rücktritt
Pierers letzter Dienst

Vor kurzem galt Heinrich von Pierer noch als Vorzeigemanager schlechthin. Doch seit Wochen wurde über seinen Rücktritt spekuliert – am Ende war es nur noch eine Frage des Wann, nicht mehr des Ob. Für einen würdevollen Abgang ist von Pierers Rückzug aus dem Siemens-Aufsichtsrat beinahe zu spät gekommen. Ein Handelsblatt-Report.

MÜNCHEN. Für Siemens ist es ein „recht geordneter Prozess“. Was einen Tag nach dem Rücktritt Heinrich von Pierers von der Aufsichtsratsspitze aus seinem Umfeld nach außen dringt, soll wohl bedeuten: Der Mann hat es so gerade noch geschafft, nicht mit Hohn und Spott aus dem Hause gejagt zu werden.

Natürlich ist das Schönrederei, das gehört sich so. Es ist der Versuch, einem in der jüngeren deutschen Wirtschaftsgeschichte fast beispiellosen Verfallsprozess am Ende noch etwas Positives abzugewinnen.

Vor wenigen Monaten noch galt Heinrich von Pierer als deutscher Vorzeigemanager schlechthin. Zuletzt stand nur noch die Frage im Raum: Kann er sich noch einen Rest von Würde beim Abgang bewahren, indem er wenigstens den Zeitpunkt selbst bestimmt? Auch das wäre fast danebengegangen – ein Rückblick.

Es ist der 15. November 2006, von Pierer weilt in Erlangen, als Staatsanwälte und Polizei die Konzernzentrale in München und zahllose weitere Siemens-Büros heimsuchen. Der Skandal um schwarze Kassen im Telekommunikationsbereich Com bricht los. Von Pierer ist binnen Minuten auf dem Laufenden und weiß, dass es ernst ist.

Schnell sind die Führungsgremien alarmiert, wird die US-Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton vom Aufsichtsrat den Auftrag bekommen, die internen Ermittlungen bei Siemens zu leiten. Das alles verhindert nicht, dass mit jedem Tag, der seither ins Land gegangen ist, der Ruf des großen Managers und der gute Namen Siemens Schaden nehmen.

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