Spanien
Lukoil lotet Chancen bei Repsol aus

Der russische Konzern bleibt einziger Interessent an Repsol. Die Finanzierung steht allerdings noch auf der Kippe. Doch schon jetzt wehren sich spanische Politiker gegen den Deal: Niemand in Europa habe seine Energieversorgung "in die Hände einer russischen Firma gelegt."

MOSKAU. Die russische Ölkonzern Lukoil ist nach wie vor der einzige Interessent an Repsol. Die Verhandlungen über die Übernahme von knapp 30 Prozent des spanischen Ölkonzerns durch Lukoil seien allerdings "noch ganz am Anfang", erklärte Juan Maria Nin, CEO der spanischen Sparkasse La Caixa, die mit 13 Prozent an Repsol beteiligt ist. Die Operation könne "Tage oder Wochen dauern" und auch gar nicht zustande kommen, warnte Nin.

Repsol gehört zu den zehn größten Öl- und Gaskonzernen der Welt, die nicht unter staatlicher Kontrolle stehen. Seit vergangener Woche wird über einen Einstieg der Russen spekuliert. La Caixa ist der zweitgrößte Aktionär bei Repsol und hat mitgeteilt, dass es zumindest einen Teil seiner Anteile abgeben könnte, wenn der größte Aktionär, der spanische Baukonzern Sacyr, seine 20 Prozent an Repsol zu dem gewünschten Preis verkauft. Sacyr verlangt den gleichen Preis, den er 2006 für die Repsol-Anteile bezahlt hatte, nämlich 26 Euro pro Aktie, fast das Doppelte des aktuellen Börsenkurses. Nach Meinung von Antonio Lopez, Analyst von Fortis in Madrid, wird sich der Preis zwischen 26 und 30 Euro pro Aktie bewegen, was einer Gesamtbewertung von Repsol von bis zu 36,6 Mrd. Euro entspräche.

Die entscheidende Frage ist, ob Lukoil die Finanzmittel für den Deal zusammenbekommt. Insidern zufolge gehen die Beratungen derzeit dahin, dass Lukoil den Kredit von 5,2 Mrd. Euro übernehmen würde, den Sacyr zur Finanzierung seiner Repsol-Anteile bei einem Bankenkonsortium aufnahm. Die größten Gläubigerbanken des Konsortiums sind Santander, die Citigroup, die spanische Sparkasse Caja Madrid sowie die Crédit- Agricole-Tochter Calyon. Auch La Caixa teilte mit, nicht nur als Verkäufer, sondern auch als möglicher Finanzierer bereit zu stehen. Abgesehen von dem Sacyr-Kredit müsste Lukoil noch weitere fünf Mrd. Euro aufbringen, wenn es 30 Prozent der Anteile kauft.

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