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Spaniens Autobahnen im Angebot

Einer der größten spanischen Baukonzerne, Sacyr Vallehermoso, veräußert seine wertvollste Tochterfirma, um die Schulden zu senken. Ein Fonds der Citigroup zahlt insgesamt 2,8 Mrd. Euro für Sacyrs profitablen Mautautobahnbetreiber Itínere.

MADRID. Einer der größten spanischen Baukonzerne, Sacyr Vallehermoso, veräußert seine wertvollste Tochterfirma, um die Schulden zu senken. Ein Fonds der Citigroup zahlt insgesamt 2,8 Mrd. Euro für Sacyrs profitablen Mautautobahnbetreiber Itínere. Das entspricht einem Aufschlag von 17,5 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Zudem übernimmt der Fonds Schulden in Höhe von fünf Mrd. Dollar.

Der Deal hinterlässt viele Gewinner und einen Verlierer - Sacyr. "Das Geschäft mit Itíneres Mautstraßen ist der relevanteste Teil der Gruppe in Bezug auf den Unternehmenswert, gefolgt von dem 20-Prozent-Anteil am spanischen Ölkonzern Repsol", schrieben die Analysten der Citigroup. "Die beiden immobilienbezogenen Bereiche stellen unserer Schätzung nach weitere jeweils 20 Prozent des Wertes dar." Allerdings steckt der spanische Immobilienmarkt in einer tiefen Krise, so dass gerade dieser Bereich weitere Probleme bringen wird.

Sacyr-Chef Luis del Rivero hatte es in den vergangenen Jahren mit dem Expansionskurs übertrieben. Nach der Übernahme des Immobilienkonzerns Vallehermoso hatte Sacyr den Mautbetreiber Itínere geschluckt und 20 Prozent an Repsol für 6,5 Mrd. Euro gekauft. 2007 übernahm Sacyr für knapp 600 Mio. Euro auch noch Europistas.

Auf diese Weise hatte Sacyr einen Schuldenberg von knapp 20 Mrd. Euro angehäuft. Im April hatte der Konzern eine Kapitalerhöhung geplant, um die Schulden zu senken. Doch die scheiterte - an mangelndem Interesse der Investoren. Jetzt hat Sacyr nicht nur Itínere, sondern auch seinen Anteil an Repsol zum Verkauf gestellt. Mit den Einkünften aus dem Itínere-Verkauf kann Sacyr die Schulden auf 11,3 Mrd. Euro senken. Für Analyst Emilio Rotondo von Fortis ist der Verkauf "auf jeden Fall eine gute Nachricht", da Sacyr damit die Schulden für den Kauf von Europistas zurückzahlen und die Kaufoptionen der baskischen Sparkassen decken könne. "Allerdings sind damit noch nicht alle Unsicherheiten bezüglich des Verschuldungsgrades vom Tisch", fügt er hinzu.

Citi Infrastructure Investors (CII) - der Fonds, der Sacyrs Anteile an Itínere gekauft hat - ist allerdings nicht an allen 42 Beteiligungen der Maut-Holding interessiert. Im Endeffekt wolle man nur die reifen Aktiva, die den größten Teil des Wertes von Itínere ausmachen, behalten. "Wir verkaufen alle Aktiva in Lateinamerika und alle Vermögenswerte, die keine gebührenpflichtigen Autobahnen sind", teilte CII mit.

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