Spanien verdrängt Deutschland: Globaler Windenergie-Boom

Spanien verdrängt Deutschland
Globaler Windenergie-Boom

International wird immer mehr Windenergie genutzt. Im Jahr 2004 lag die globale Wachstumsrate bei der Errichtung neuer Winkraftanlagen - nach Megawatt Stromerzeugung - bei 21 Prozent, wie der Präsident des Weltverbandes World Wind Energy Association (WWEA), Preben Maegaard, am Montag in Bonn sagte.

HB BONN. Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt lag Deutschland (plus 2020 Megawatt/13,8 %) bei neu errichteter Megawatt-Leistung 2004 nicht mehr auf Platz eins. Es wurde von Spanien (plus 2061 Megawatt/33,2 %) überholt, wo sich neue förderliche Gesetzesregelungen auswirkten. Auch Indien legte auf niedriger Basis deutlich zu und rückte global beim Zuwachs an die dritte Stelle (plus 875 Megawatt/41,5 %).

Mit rund einem Drittel aller Kapazitäten weltweit (rund 16 630 Megawatt) war Deutschland Ende 2004 nach wie vor mit großem Abstand - vor Spanien, den USA, Dänemark und Indien - das führende Windenergie- Land. Der Anteil an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland lag bei etwa 6 %. Auf Europa entfielen insgesamt rund 72,7 % der globalen Kapazitäten.

Seit etwa zehn Jahren liege die Wachstumsrate für neue Anlagen weltweit zwischen 20 und 30 %, erläuterte Maegaard. Während in den Pionierländern Dänemark und Deutschland sowie auch in den USA der Zuwachs stagniere oder sogar rückläufig sei, breche sich die Windenergie in anderen Teilen der Welt immer mehr Bahn. So legte etwa die Region Australien-Pazifik bei neuen Anlagen 2004 kräftig zu. Hohes Wachstum sei in den nächsten Jahren vor allem in China zu erwarten, das einen riesigen Energiebedarf habe, sagte Maegaard.

Windenergie stehe erst am Anfang und sei in vielen Ländern eine Zukunftsbranche, sagte Maegaard. Sie sei klimafreundlich, werde immer kostengünstiger und schaffe neue Industrien sowie Arbeitsplätze. Die Windenergie brauche bereits mehr Stahl als der Schiffbau und stehe hier nur noch hinter der Automobilindustrie.

In Deutschland verringere sich bereits die Akzeptanz der Bevölkerung für Windkraftanlagen, sagte der Vorstandschef der Fuhrländer AG, Joachim Fuhrländer. International gebe es weniger Gegenwind. „Die Aufträge kommen immer mehr von außen.“ Großes Interesse komme jetzt auch aus Russland und Osteuropa.

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